{"id":42605,"date":"2025-11-26T07:00:05","date_gmt":"2025-11-26T06:00:05","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=42605"},"modified":"2025-11-20T10:02:24","modified_gmt":"2025-11-20T09:02:24","slug":"licht-und-schatten-beim-neuen-verpackungsgesetz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=42605","title":{"rendered":"Licht und Schatten beim neuen Verpackungsgesetz"},"content":{"rendered":"<p><strong>Neue Regeln f\u00fcr Verpackungen: Investitionsanreize f\u00fcr chemisches Recycling und zus\u00e4tzlichen B\u00fcrokratiekosten\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das Bundesumweltministerium hat den Referentenentwurf f\u00fcr ein neues Verpackungsgesetz (\u201eVerpackungsrecht-Durchf\u00fchrungsgesetz\u201c) vorgelegt. Die Bundesregierung will damit die Vorgaben der europ\u00e4ischen Verpackungsverordnung umsetzen und die Kreislauff\u00fchrung von Verpackungen f\u00f6rdern. So wird die Herstellerverantwortung deutlich ausgeweitet, eine neue Organisation f\u00fcr Reduzierung- und Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen vorgesehen und es werden neue Recyclingziele vorgegeben.<\/p>\n<p>Nach Einsch\u00e4tzung von Plastics Europe Deutschland, dem Verband der Kunststofferzeuger, setzt die Politik mit dem neuen Referentenentwurf ein wichtiges positives Signal: Chemisches Recycling wird als erg\u00e4nzende Kreislauftechnologie anerkannt und kann k\u00fcnftig zur Erf\u00fcllung der Recyclingquoten beitragen \u2013 ohne die Belange der mechanischen Recycler zu vernachl\u00e4ssigen.<\/p>\n<p><strong>Chemisches Recycling erg\u00e4nzt mechanische Verfahren<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDamit findet ein sinnvoller Kompromiss Eingang in die Gesetzgebung\u201c, sagt Dr. Christine Bunte, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Plastics Europe Deutschland. \u201eDer Referentenentwurf sieht vor, dass Unternehmen bis 2030 mindestens 75 Prozent ihrer Kunststoffverpackungen recyceln. Bis zu 5 Prozent dieser Quote k\u00f6nnen \u00fcber chemisches Recycling erreicht werden.\u201c<\/p>\n<p>\u201cDie Quote stelle sicher, dass der Gro\u00dfteil der Verpackungen auch k\u00fcnftig mechanisch recycelt werde\u201d, so Bunte. Mechanisches Recycling ist eine gut etablierte Abfallverwertungsmethode in Deutschland und stellt f\u00fcr s\u00e4mtliche Kunststoffabf\u00e4lle technisch, \u00f6kobilanziell und wirtschaftlich die erste Wahl dar. Die auf diese Weise nicht rezyklierbaren Kunststoffabf\u00e4lle sollten technologieoffen mittels l\u00f6semittelbasierter und chemischer Recyclingverfahren im Kreislauf gehalten werden. \u201eWas jetzt noch fehlt, ist rechtliche Klarheit auf europ\u00e4ischer Ebene in Bezug auf Massenbilanzen und das Ende der Abfalleigenschaft. Diese beiden Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden den Unternehmen noch mehr Planungssicherheit geben und weitere starke Investitionsanreize f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft schaffen.<\/p>\n<p><strong>Pragmatische und effiziente Regeln sind unbedingt erforderlich<\/strong><\/p>\n<p>Plastics Europe Deutschland warnt jedoch vor den Mehrkosten von gesch\u00e4tzten knapp 90 Millionen Euro f\u00fcr die Industrie durch das neue VerpackDG. Diese Mehrbelastung steht im v\u00f6lligen Gegensatz zu der dringenden Notwendigkeit, b\u00fcrokratische und administrative Kosten f\u00fcr die Wirtschaft zu reduzieren.<\/p>\n<p>\u201eDie Mehrkosten entstehen teilweise durch die Erf\u00fcllung europ\u00e4ischer Vorgaben. Allerdings werden wir noch einmal sehr genau hinschauen m\u00fcssen, ob der aktuelle Entwurf wirklich die kosteneffizienteste Umsetzung darstellt\u201c, so Bunte.<\/p>\n<p>Der Verband der Kunststoffhersteller bedauert zudem, dass der Vorschlag immer noch keine Ausgestaltung vorsieht, wie sich finanzielle Anreize f\u00fcr nachhaltige Verpackungsl\u00f6sungen in Deutschland umsetzen lassen (bisheriger \u00a7 21 VerpackG). \u201eHier liegen konkrete Vorschl\u00e4ge auf dem Tisch, beispielsweise das Fondsmodell. Deutschland sollte daher nicht l\u00e4nger warten und anderen L\u00e4ndern die F\u00fchrung \u00fcberlassen, Recyclingf\u00e4higkeit und Rezyklateinsatz finanziell zu belohnen\u201c, so die Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Plastics Europe Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund: Was ist chemisches Recycling?<\/strong><\/p>\n<p>Beim chemischen Recycling werden Kunststoffabf\u00e4lle\u00a0in ihre chemischen Grundstoffe zerlegt.\u00a0Die dabei entstehenden kohlenstoffhaltigen \u00d6le, Gase und Feststoffe k\u00f6nnen erneut zur Herstellung von Kunststoffen verwendet werden und fossile Rohstoffe in der Kunststoffproduktion teilweise ersetzen. Chemisches Recycling gilt daher als ein wichtiger Baustein f\u00fcr die Defossilierung der Kunststoffproduktion.<\/p>\n<p>Chemische Recyclingverfahren, wie die Pyrolyse, oder Solvolyse, sind vor allem f\u00fcr solche Kunststoffe sinnvoll, die sich nicht mehr mechanisch recyceln lassen.\u00a0Dadurch kann chemisches Recycling auch die Wiederverwertung von stark verunreinigten oder komplexen Kunststoffabf\u00e4llen erm\u00f6glichen. Dazu geh\u00f6ren zum Beispiel alte Autoreifen, Matratzen, Textilien oder gemischte Kunststoffabf\u00e4lle, die bisher meist verbrannt werden. Ein weiterer Vorteil: durch chemische Verfahren lassen sich Verunreinigungen aus dem Sekund\u00e4rrohstoff entfernen, die bei mechanischen Prozessen im Kunststoff bleiben. So k\u00f6nnen die erhaltenen Rohstoffe auch f\u00fcr sensitive Anwendungen wie Lebensmittelverpackungen oder sicherheitsrelevante Autobauteile eingesetzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesumweltministerium hat den Referentenentwurf f\u00fcr ein neues Verpackungsgesetz vorgelegt. 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