{"id":42938,"date":"2026-01-30T07:25:21","date_gmt":"2026-01-30T06:25:21","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=42938"},"modified":"2026-01-22T10:35:27","modified_gmt":"2026-01-22T09:35:27","slug":"42938","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=42938","title":{"rendered":"Konsequente Standardisierung f\u00fcr mehr Flexibilit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>WITTMANN Linearroboter haben <\/strong><strong>im Bereich Kunststoff bei Rauschert Steinbach <\/strong><strong>Sechsachsroboter fast vollst\u00e4ndig abgel\u00f6st. Das neue Automatisierungs\u00adkonzept erm\u00f6glicht ein H\u00f6chstma\u00df an Flexibilit\u00e4t. <\/strong><strong>Der W828 spielt dabei die zentrale Rolle.<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Steckerbauteile, die bei unserem Besuch der Paul Rauschert Steinbach GmbH im fr\u00e4nkischen Steinbach am Wald im Besprechungsraum die Runde machen, haben es in sich. Sie bestehen aus glasfaserverst\u00e4rktem Polyamid mit eingepressten Kontaktpins. Zum Einsatz kommen die Bauteile in Pkw-Luftfederungen. Konkret geht es um zwei Steckermodelle, die in einem 1+1-fach-Werkzeug auf einer 100-Tonnen-Spritzgie\u00dfmaschine produziert werden. Insgesamt verlassen pro Jahr 600.000 St\u00fcck das Werk.<\/p>\n<p>Lange Zeit wurden die Stecker teilautomatisiert hergestellt. \u201eZwischen den Arbeitsschritten gab es viel Leerlauf f\u00fcr das Bedienpersonal\u201c, berichtet Tobias B\u00fcchner, Betriebsleiter von Rauschert. Mit den gestiegenen Anforderungen an die Qualit\u00e4t und dem Druck zu mehr Kosteneffizienz war dieser Ansatz nicht mehr tragf\u00e4hig. \u201eUns war klar, dass wir mehr automatisieren m\u00fcssen\u201c, so B\u00fcchner.<\/p>\n<p>Heute werden die Steckergeh\u00e4use automatisiert produziert. Der manuelle Aufwand ist gesunken und es kommt nicht l\u00e4nger zu Leerlaufzeiten. Das Produktionspersonal kann jetzt deutlich effizienter eingesetzt werden. Diese erfolgreiche Automatisierung ist Teil eines umfassenden Standardisierungsprojekts, das Rauschert im gesamten Gesch\u00e4ftsbereich Kunststoff-Formteile implementiert hat, um die Flexibilit\u00e4t und Effizienz zu maximieren.<\/p>\n<p><strong>Automatisierung f\u00fcr ein breites Anforderungsspektrum <\/strong><\/p>\n<p>Als familiengef\u00fchrtes Unternehmen mit den Standorten Steinbach und Oberbettingen sowie internationalen Niederlassungen ist Rauschert ist 125 Jahren ein f\u00fchrender Entwickler und Hersteller von Z\u00fcndkomponenten, Technischer Keramik und Kunststoff-Formteilen. \u201eMit der Wertsch\u00f6pfungskette \u00fcber drei vernetzte Produktionsbereiche inklusive eigenem Werkzeug- und Anlagenbau sind wir weltweit einzigartig\u201c, sagt Udo Jakob, Einkaufsleiter von Rauschert und betont: \u201eKunststoffventilk\u00f6rper mit VOSS-Gewinde sind eine unserer St\u00e4rken.\u201c Rauschert Produkte kommen zum Einsatz in der Haushalts-, Heizungs-, Elektro- und Hochtemperaturtechnik sowie in der Automobilindustrie.<\/p>\n<p>Der Spritzgie\u00dfmaschinenpark am Standort Steinbach umfasst 28 Maschinen. Als Besucher fallen einem sofort die klare Struktur und das einheitliche Erscheinungsbild ins Auge. Die 14 j\u00fcngsten Spritzgie\u00dfmaschinen sind bereits alle mit einer standardisierten Automatisierungszelle versehen. Herzst\u00fcck ist jeweils ein WITTMANN W828 Linearroboter. \u201eWir haben die Automatisierungszellen selbst entworfen und gebaut. Durch die Standardisierung k\u00f6nnen wir Automatisierungen schnell realisieren. Genau das ist die St\u00e4rke dieses Systems\u201c, betont Jakob.<\/p>\n<p>Die Automatisierungszellen umschlie\u00dfen jeweils den Arbeitsbereich des Roboters, eine Automatisierungsstation f\u00fcr Einlege-, Montage- und Pr\u00fcfaufgaben, Zuf\u00fchreinheiten und das Austakt-F\u00f6rderband, das so ausgelegt ist, dass es Boxen in unterschiedlichen Gr\u00f6\u00dfen und Formen und sogar eine Europalette aufnehmen kann. \u201eVon der Handabnahme bis zu vollautomatisierten, komplizierten Einlegearbeiten ist jetzt alles m\u00f6glich\u201c, freut sich Alexander F\u00f6rtsch, Instandhaltungsleiter bei Rauschert in Steinbach am Wald.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><strong>Roboter als Master der gesamten Zelle<\/strong><\/p>\n<p>Die Stecker f\u00fcr die Luftfederung im Fahrzeug sch\u00f6pfen das Potenzial der standardisierten Automatisierungszellen sehr gut aus. Der Herstellungsprozess startet mit der Vorbereitung der Pins und dem Spritzgie\u00dfen der Steckergeh\u00e4use. Der W828 Linearroboter entformt die Geh\u00e4use und \u00fcbergibt sie an die vollautomatisierte Weiterverarbeitung. Hier werden die Pins mit den Steckergeh\u00e4usen verheiratet und mittels Kamera einer 100-Prozent-Pr\u00fcfung unterzogen.<\/p>\n<p>\u201eDer Clou unseres neuen Standards ist die konsequente Steuerungsintegration\u201c, betont B\u00fcchner. \u201eDer WITTMANN Linearroboter ist jeweils der Master f\u00fcr die dem Spritzguss nachgelagerten Arbeitsschritte.\u201c \u201eDie Offenheit des WITTMANN Systems ist etwas Besonderes\u201c, unterstreicht Manuel Rommel, KVP-Verantwortlicher f\u00fcr den Bereich Kunststoffformteile bei Rauschert. \u201eWir haben dieses Konzept mit verschiedenen Roboterherstellern diskutiert. Ohne Zusatzsteuerung konnte uns ausschlie\u00dflich WITTMANN diese integrierte L\u00f6sung anbieten.\u201c<\/p>\n<p>Mit den neuen Automatisierungszellen ist es dem Rauschert-Team gelungen, einen Automatisierungsstandard zu definieren, der sehr viele unterschiedliche Anforderungen abdeckt. Das ist notwendig, denn insgesamt sind mehr als 300 Werkzeuge aktiv im Einsatz und der Kundenstamm ist heterogen. \u201eDie St\u00fcckzahlen variieren von 500 bis 3 Millionen\u201c, beschreibt B\u00fcchner die Herausforderung. \u201eDas erfordert viel Flexibilit\u00e4t. Au\u00dferdem ist es uns wichtig, Back-up-M\u00f6glichkeiten zu haben. Damit sichern wir unsere durchgehende Lieferf\u00e4higkeit.\u201c Sollte eine Maschine ungeplant ausfallen, k\u00f6nnen wir das Werkzeug und die dazugeh\u00f6rige Automation schnell auf eine andere Maschine transferieren. Dank standardisierter Automatisierung ist das problemlos m\u00f6glich \u2013 plug and play quasi.<strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>R\u00fcstzeiten auf ein Minimum reduziert<\/strong><\/p>\n<p>Auch bereits im Regelbetrieb leisten kurze R\u00fcstzeiten einen wichtigen Beitrag zu einer wettbewerbsf\u00e4higen Gesamteffizienz. Pro Schicht wird vier bis f\u00fcnf Mal ger\u00fcstet. \u201eSeit der Inbetriebnahme der standardisierten Automatisierungszellen k\u00f6nnen wir auch in der Nachtschicht, wenn nur ein Einrichter vor Ort ist, mit einem neuen Produktionslos starten. Der Einrichter muss das Programm nur einlesen, ohne selbst etwas programmieren zu m\u00fcssen\u201c, betont F\u00f6rtsch. \u201eFr\u00fcher konnte nur tags\u00fcber ger\u00fcstet werden, wenn der Vorrichtungsbau anwesend war.\u201c<\/p>\n<p>Einen besonders gro\u00dfen Zeitfaktor stellten die Sechsachsroboter dar, die vor dem Standardisierungsprozess noch h\u00e4ufiger in der Spritzgie\u00dfhalle anzutreffen waren. \u201eOft waren wir nach dem R\u00fcsten l\u00e4ngere Zeit mit Teachen besch\u00e4ftigt. Bei Linearrobotern dagegen geht vieles intuitiv und dementsprechend schnell\u201c, berichtet Rommel.<\/p>\n<p>Das Standardisierungsprojekt hat sowohl die Flexibilit\u00e4t als auch Produktivit\u00e4t der Spritzgie\u00dfproduktion am Standort Steinbach am Wald deutlich gesteigert und zugleich die Qualit\u00e4tskonstanz erh\u00f6ht. Ein weiterer Benefit ist die h\u00f6here Nachhaltigkeit. \u201eDurch die R\u00fcstzeitoptimierung k\u00f6nnen wir unsere Produktionszellen besser auslasten, was sich positiv auf die Energiebilanz auswirkt\u201c, erkl\u00e4rt Tobias B\u00fcchner. In einem neuen Projekt geht es darum, den CO<sub>2<\/sub>-Fu\u00dfabdruck f\u00fcr jedes Kunststoffprodukt zu berechnen. Denn auch dieser Aspekt entscheidet immer \u00f6fter \u00fcber die Wettbewerbsf\u00e4higkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>WITTMANN Linearroboter haben im Bereich Kunststoff bei Rauschert Steinbach Sechsachsroboter fast vollst\u00e4ndig abgel\u00f6st. 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