{"id":43108,"date":"2026-02-25T07:01:22","date_gmt":"2026-02-25T06:01:22","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=43108"},"modified":"2026-02-21T17:06:34","modified_gmt":"2026-02-21T16:06:34","slug":"composites-germany-ergebnis-der-26-composites-markterhebung-liegt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=43108","title":{"rendered":"Composites Germany \u2013 Ergebnis der 26. Composites-Markterhebung liegt vor"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u25aa Unterschiedliche Bewertung der aktuellen Gesch\u00e4ftslage<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Zukunftserwartungen mit nur geringer Zuversicht<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Investitionsklima tr\u00fcbt sich ein<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Erwartungen an Anwendungsindustrien unterschiedlich<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Wachstumstreiber mit leichten Bewegungen<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Composites-Index mit negativer Tendenz<\/strong><\/p>\n<p>Zum 26. Mal hat Composites Germany (www.composites-germany.de) aktuelle Kenn-<br \/>\nzahlen zum Markt f\u00fcr faserverst\u00e4rkte Kunststoffe erhoben. Befragt wurden alle Mitglieds-<br \/>\nunternehmen der Tr\u00e4gerverb\u00e4nde von Composites Germany: AVK und Composites Uni-<br \/>\nted sowie des assoziierten Partners VDMA.<\/p>\n<p>Um die problemlose Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Erhebungen zu gew\u00e4hrleis-<br \/>\nten, wurden auch in diesem Halbjahr keine grundlegenden \u00c4nderungen bei der Befra-<br \/>\ngung durchgef\u00fchrt. Erhoben wurden erneut \u00fcberwiegend qualitative Daten in Bezug auf<br \/>\ndie aktuelle und zuk\u00fcnftige Marktentwicklung.<\/p>\n<p>UNTERSCHIEDLICHE BEWERTUNG DER AKTUELLEN GESCH\u00c4FTSLAGE<br \/>\nNachdem sich im Rahmen der letzten Befragung bei der Einsch\u00e4tzung der generellen<br \/>\nGesch\u00e4ftslage ein positiver Trend f\u00fcr alle erhoben Regionen feststellen lie\u00df, verschlech-<br \/>\ntert sich dieses Bild in der aktuellen Erhebung erneut.<\/p>\n<p>Die Bewertung der aktuellen generellen Gesch\u00e4ftslage f\u00fcr Europa und Deutschland kippt<br \/>\nins Negative. Nur die Bewertung der weltweiten Lage bleibt verhalten optimistisch. Be-<br \/>\nlastend f\u00fcr die aktuelle Bewertung der Gesch\u00e4ftslage kommt hinzu, dass bei den betei-<br \/>\nligten Unternehmen die Situation des eigenen Unternehmens nochmals kritischer gese-<br \/>\nhen wird und dass sich hier eine negative Bewertung \u00fcber alle Regionen zeigt.<\/p>\n<p>Die vorliegenden Einsch\u00e4tzungen decken sich mit den aktuellen Erhebungen zur gene-<br \/>\nrellen Composites-Marktentwicklung in Europa. Das Marktvolumen ist in Folge der<br \/>\nCorona-Krise um etwa 20 % seit 2021 zur\u00fcck gegangen. Die Gr\u00fcnde hierf\u00fcr sind vielf\u00e4l-<br \/>\ntig. Zum einen ist eine zunehmende Konkurrenz aus dem nicht-europ\u00e4ischen Ausland,<br \/>\nvor allem Asien und den USA festzustellen. Au\u00dferdem gehen vormals wichtige Export-<br \/>\nm\u00e4rkte zunehmend verloren, was zum einen auf Schw\u00e4chen der jeweiligen Inlands-<br \/>\nm\u00e4rkte, vor allem aber auf eine zunehmende Bedienung dieser M\u00e4rkte durch einheimi-<br \/>\nsche Produktion zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Handelshemmnisse, wie beispielsweise die aktuelle<br \/>\nZollpolitik in den USA, belasten die Situation zus\u00e4tzlich. Flankiert werden diese Heraus-<br \/>\nforderungen durch eine generelle Schw\u00e4che des Industriesektors mit einer deutlichen<br \/>\nAbwanderungsbewegung der industriellen Produktion aus Europa. Auch die anhalten-<br \/>\nden strukturellen Schw\u00e4chen im Hauptanwendungsbereich Transport\/Automotive zei-<br \/>\ngen deutliche Auswirkungen.<\/p>\n<p>Bislang sind andere Anwendungsbereich, wie beispielsweise Bau-\/Infrastruktur oder<br \/>\nElektro\/Elektronik nicht in der Lage, die R\u00fcckg\u00e4nge abzufedern bzw. das Marktvolumen<br \/>\nzu st\u00fctzen.<br \/>\nDie Composites-Industrie zeigt eine starke Abh\u00e4ngigkeit von der gesamtwirtschaftlichen<br \/>\nEntwicklung und diese ist derzeit in Europa und speziell Deutschland nicht zufriedenstel-<br \/>\nlend. Entsprechende, bereits eingeleitete L\u00f6sungsans\u00e4tze, wie beispielsweise das von<br \/>\nder deutschen Bundesregierung eingesetzte Sonderverm\u00f6gen von 500 Milliarden Euro<br \/>\n\u00fcber zw\u00f6lf Jahre zur Modernisierung von Infrastruktur, Klimaschutz, Digitalisierung und<br \/>\nBildung entfalten derzeit noch nicht die angestrebten positiven Effekte.<\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten inwieweit es gelingt, \u00fcber eine entsprechende industrielle F\u00f6rde-<br \/>\nrung die derzeitige Abw\u00e4rtsspirale zu stoppen. Es zeigen sich nach wie vor enorme<br \/>\nChancen, die aber entlang der gesamten Wertsch\u00f6pfungsketten und mit aktiver indust-<br \/>\nriepolitischer Unterst\u00fctzung genutzt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>ZUKUNFTSERWARTUNGEN MIT NUR GERINGER ZUVERSICHT<br \/>\nDerzeit scheinen viele der beteiligten Unternehmen nicht an eine kurzfristige Besserung der<br \/>\nSituation vor allem in Europa\/Deutschland zu glauben. Die entsprechenden Kennwerte zeigen<br \/>\nnach unten. Im Gegensatz dazu gehen die Befragten von einer Verbesserung der weltweiten<br \/>\nSituation aus. Auch hier muss jedoch klar herausgestellt werden, dass nur rund<br \/>\njeder f\u00fcnfte von einer Verbesserung ausgeht. Fast 80 % erwarten ein Gleichbleiben oder eine<br \/>\nVerschlechterung der Gesch\u00e4ftslage.<\/p>\n<p>INVESTITIONSKLIMA TR\u00dcBT SICH EIN<\/p>\n<p>Nachdem in der letzten Erhebung aus dem Sommer 2025 ein positiver Einfluss auf das Inves-<br \/>\ntitionsklima festzustellen war, tr\u00fcben sich die Indikatoren in der aktuellen Befragung ein. Es<br \/>\nzeigen sich sowohl hinsichtlich der Personalplanung als auch hinsichtlich der geplanten Ma-<br \/>\nschinen-\/Anlageninvestitionen negative Verschiebungen.<\/p>\n<p>Der Anteil der Befragten, die Maschineninvestitionen f\u00fcr wahrscheinlich halten oder planen,<br \/>\nnimmt von 50 % (Befragung 2. HJ 2025) auf 38 % ab.<br \/>\nBei der Personalplanung zeigt sich ein gegens\u00e4tzliches Bild. Zwar steigt der Anteil derjenigen,<br \/>\ndie den Aufbau von Personal planen von 15 % auf 18 %, gleichzeitig steigt aber auch der Anteil<br \/>\nderjenigen, die von einem Personalabbau ausgehen von 27 % auf 36 %.<br \/>\nInsgesamt geht mehr als 1\/3 der Befragten davon aus, ihr Engagement im Composites-Be-<br \/>\nreich zu erh\u00f6hen, wohingegen nur ein Bruchteil der Befragten von einem R\u00fcckgang des En-<br \/>\ngagements ausgeht.<\/p>\n<p>ERWARTUNGEN AN ANWENDUNGSINDUSTRIEN UNTERSCHIEDLICH<\/p>\n<p>Der Composites-Markt ist durch eine starke Heterogenit\u00e4t sowohl material- als auch anwen-<br \/>\ndungsseitig gekennzeichnet. In der Befragung wurden die Teilnehmenden gebeten, ihre Ein-<br \/>\nsch\u00e4tzung hinsichtlich der Marktentwicklung unterschiedlicher Kernbereiche zu geben. Die Er-<br \/>\nwartungen zeigen sich \u00e4u\u00dferst verschieden.<\/p>\n<p>Der wichtigste Anwendungsbereich f\u00fcr Composites ist die Mobilit\u00e4t. Dieser Bereich befindet<br \/>\nsich derzeit in starken Umbr\u00fcchen bzw. steckt in Europa und Deutschland in einer massiven<br \/>\nKrise. Dies zeigt sich auch in der Befragung deutlich. Wachstum wird vor allem im Bereich<br \/>\nLuftfahrt sowie Bau-\/Infrastruktur erwartet. Nach vier Jahren mit r\u00fcckl\u00e4ufigem Volumen erwar-<br \/>\nten die Experten vor allem f\u00fcr den Baubereich in Deutschland eine Erholung: \u201eDie deutsche<br \/>\nBauwirtschaft steht vor einer Trendwende: Nach Jahren r\u00fcckl\u00e4ufiger Bauleistung d\u00fcrfte das<br \/>\nBauvolumen 2026 erstmals seit 2020 wieder wachsen. Laut der neuen Bauvolumenrechnung<br \/>\ndes Deutschen Instituts f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) d\u00fcrfte das Bauvolumen im lau-<br \/>\nfenden Jahr um 1,7 Prozent und 2027 um 3,4 Prozent zunehmen.\u201c<\/p>\n<p>WACHSTUMSTREIBER MIT LEICHTEN BEWEGUNGEN<\/p>\n<p>Bei den Wachstumsimpulsen zeigt sich in der aktuellen Befragung leichte Bewegung. Hinsicht-<br \/>\nlich ihrer Einsch\u00e4tzung, aus welchen Bereichen zuk\u00fcnftig die ma\u00dfgeblichen Wachstumsim-<br \/>\npulse f\u00fcr die Composites-Industrie kommen werden, verlieren CFK und GFK als Materialsys-<br \/>\nteme leicht an Einfluss, zugunsten eines material\u00fcbergreifenden Effektes. Composites als<br \/>\nWerkstoffgruppe generell werden zunehmend als Wachstumstreiber genannt.<\/p>\n<p>Regional kommt es zu einer leichten Verschiebung. Die wesentlichen Wachstumsimpulse wer-<br \/>\nden zunehmend aus Asien erwartet. Deutschland verliert an Bedeutung, w\u00e4hrend Europa ge-<br \/>\nnerell leichten Zuspruch erh\u00e4lt. Die Bedeutung Nordamerikas als Wachstumstreiber bleibt auf<br \/>\nniedrigem Niveau nahezu gleich.<\/p>\n<p>1 DIW Berlin: https:\/\/www.diw.de\/de\/diw_01.c.996818.de\/kehrtwende_am_bau__die_zeichen_stehen_wie-<br \/>\nder_auf_wachstum.html<\/p>\n<p>COMPOSITES-INDEX MIT NEGATIVER TENDENZ<\/p>\n<p>Nach einem positiven Zeichen im Rahmen der letzten Befragung, dreht der Composites-<br \/>\nIndex aktuell erneut in vielen Bereichen ins Negative. Lediglich die Bewertung der zu-<br \/>\nk\u00fcnftigen generellen Gesch\u00e4ftslage bleibt leicht optimistisch.<\/p>\n<p>Composites verf\u00fcgen generell \u00fcber ein exzellentes Eigenschaftsniveau, was f\u00fcr deren<br \/>\nzunehmende Verwendung in zahlreichen Anwendungssegmenten spricht. Leichtbaum\u00f6-<br \/>\nglichkeiten, Korrosionsbest\u00e4ndigkeit, Designfreiheit und hervorragende Werte in Bezug<br \/>\nauf Nachhaltigkeit sind nur einige Beispiele, die f\u00fcr deren Einsatz sprechen. Bei der der-<br \/>\nzeitig negativen wirtschaftlichen und vor allem industriellen Entwicklung, deren sich Eu-<br \/>\nropa gegen\u00fcbergestellt sieht, wird es f\u00fcr den europ\u00e4ischen Composites-Markt zuneh-<br \/>\nmend schwierig, sich zu behaupten.<\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, ob es gelingen wird, hier eine generelle Trendumkehr zu errei-<br \/>\nchen. Politisch werden derzeit zahlreiche Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der deutschen\/eu-<br \/>\nrop\u00e4ischen Wirtschaft unternommen. (Finanzierungs-)Ideen und Vorhaben m\u00fcssen<br \/>\ndann aber auch in die Umsetzung kommen. Vor allem der Bau-\/Infrastrukturbereich<\/p>\n<p>k\u00f6nnte ma\u00dfgebliche Impulse durch das deutsche Wachstumspaket erhalten. Nur ge-<br \/>\nmeinsam wird es m\u00f6glich sein, den Wirtschafts-\/Industriestandort Deutschland zu erhal-<br \/>\nten und erneut zu st\u00e4rken. F\u00fcr Composites als Materialgruppe generell zeigen sich, auf-<br \/>\ngrund des speziellen Eigenschaftsportfolios, nach wie vor sehr gute Chancen zum Aus-<br \/>\nbau der Marktposition in neuen, aber auch bestehenden M\u00e4rkten. Die Abh\u00e4ngigkeit von<br \/>\ngesamtwirtschaftlichen Entwicklungen jedoch bleibt bestehen.<br \/>\nEs gilt nun \u00fcber Innovationen neue Marktfelder zu erschlie\u00dfen, Chancen konsequent zu<br \/>\nnutzen und gemeinsam daran zu arbeiten, Composites weiter in bestehenden M\u00e4rkten<br \/>\nzu implementieren. Dies kann gemeinsam oftmals besser gelingen als allein. Composi-<br \/>\ntes Germany bietet mit seinem hervorragenden Netzwerk vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Composites-Markterhebung erscheint im Juli 2026.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 26. Mal hat Composites Germany aktuelle Kennzahlen zum Markt f\u00fcr faserverst\u00e4rkte Kunststoffe erhoben. 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