{"id":43229,"date":"2026-03-18T07:43:17","date_gmt":"2026-03-18T06:43:17","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=43229"},"modified":"2026-03-12T09:44:35","modified_gmt":"2026-03-12T08:44:35","slug":"kreislaufwirtschaft-fuer-flexible-materialien-eu-projekt-flexcycle-setzt-auf-ki-und-flexible-robotik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=43229","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft f\u00fcr flexible Materialien: EU-Projekt \u00bbFlexCycle\u00ab setzt auf KI und flexible Robotik"},"content":{"rendered":"<p><strong>Das automatisierte Recycling von flexiblen Materialien wie Textilien, Kabeln und Brennstoffzellenmembranen aus Batterien stellt die moderne Abfallwirtschaft vor gro\u00dfe Herausforderungen. Das neue europ\u00e4ische Forschungsprojekt \u00bb<\/strong><a href=\"https:\/\/flexcycle.eu\/\"><strong>FlexCycle<\/strong><\/a><strong>\u00ab setzt auf die Entwicklung innovativer Robotik- und KI-L\u00f6sungen. Mit einem Budget von 7,5 Millionen Euro und 12 Partnern aus sechs L\u00e4ndern verfolgt das Projekt das Ziel, Recyclingprozesse f\u00fcr die Wiederverwertung flexibler Materialien industrietauglich zu machen. In den kommenden vier Jahren sollen autonome Systeme entwickelt werden, die in der Lage sind, komplexe Strukturen wie Kleidungsst\u00fccke, elektrische Kabel und Batterien zu demontieren und wertvolle Komponenten zur\u00fcckzugewinnen.<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend das automatisierte Handling von starren Objekten in der Industrie bereits weit fortgeschritten ist, lassen sich weiche und verformbare Materialien aufgrund ihrer flexiblen Struktur nur schwer mit herk\u00f6mmlichen Robotern verarbeiten. FlexCycle (Flexible Robotic Automation Techniques for Soft Materials Recycling) entwickelt daher autonome Systeme, die in der Lage sind, flexible Strukturen zu identifizieren, zu handhaben und zu demontieren.<\/p>\n<p><strong>Innovation f\u00fcr komplexe Materialstrukturen<\/strong><\/p>\n<p>Die entwickelten Roboterwerkzeuge und KI-Systeme l\u00f6sen dabei f\u00fcr drei Anwendungsbereiche folgende spezifische Herausforderungen:<\/p>\n<ol>\n<li>Brennstoffzellen: Die empfindlichen Membranen in Brennstoffzellen sind flexibel und enthalten gesundheitssch\u00e4dliche Substanzen, wodurch eine manuelle Handhabung ein erh\u00f6htes Gesundheitsrisiko darstellt. Die Roboter erm\u00f6glichen eine sichere Extraktion dieser Membranen. Hierbei liegt ein besonderer Fokus auf der R\u00fcckgewinnung edelmetallhaltiger Katalysatormaterialien sowie der sicheren Kreislauff\u00fchrung von PFAS-haltigen Materialien.<\/li>\n<li>Textilien: Die flexible und unvorhersehbare Struktur von Kleidungsst\u00fccken erschwert die automatisierte Bearbeitung. Die KI-Systeme werden darauf trainiert, spezifische Merkmale wie N\u00e4hte zu erkennen, um Zubeh\u00f6rteile wie Kn\u00f6pfe und Rei\u00dfverschl\u00fcsse pr\u00e4zise zu entfernen und so die Stoffe f\u00fcr die Wiederverwendung zur\u00fcckzugewinnen.<\/li>\n<li>Kabel: Kabel treten in der Entsorgung oft als verhedderte B\u00fcndel auf, was die gezielte Sortierung und Bearbeitung massiv erschwert. Die Roboter m\u00fcssen lernen, durch das Drahtgewirr zu navigieren, ein Zielkabel zu isolieren und anschlie\u00dfend die Isolierschichten automatisiert zu entfernen, um wertvolle Metalle wie Kupfer effizient zur\u00fcckzugewinnen<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Der Beitrag der Fraunhofer-Institute<\/strong><\/p>\n<p>Innerhalb des Konsortiums \u00fcbernehmen die Fraunhofer-Einrichtung f\u00fcr Wertstoffkreisl\u00e4ufe und Ressourcenstrategie IWKS und das Fraunhofer-Institut f\u00fcr Betriebsfestigkeit und Systemzuverl\u00e4ssigkeit LBF entscheidende Rollen bei der Verwertung technischer Membranen:<\/p>\n<ol>\n<li>Fraunhofer IWKS: Die Experten aus Hanau und Alzenau konzentrieren sich auf den Use-Case der PEM (Proton Exchange Membrane)-Brennstoffzellen. Hierbei wird die Expertise des Instituts genutzt, um edelmetallhaltige Katalysatormaterialien (wie Platin) hocheffizient zur\u00fcckzugewinnen. Ziel ist es, wertvolle Ressourcen im Kreislauf zu halten und die Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzellentechnologie zu steigern.<\/li>\n<li>Das Fraunhofer LBF widmet sich der technologisch anspruchsvollen Kreislauff\u00fchrung von fluorhaltigen Membranen (PFAS) wie Nafion, einem perfluorierten Ionomer. Durch die Erforschung von Verfahren wie der chemischen Aufl\u00f6sung in speziellen L\u00f6sungsmittelsystemen mit anschlie\u00dfendem \u201eRecasting\u201c oder der Depolymerisation werden diese kritischen Stoffe nachhaltig verwertet, um \u00f6kologische Risiken und regulatorische Anforderungen zu adressieren.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Technologische Basis und Ausblick<\/strong><\/p>\n<p>Der technologische Ansatz von FlexCycle basiert auf der Kombination von flexiblen Roboterwerkzeugen (Endeffektoren) und KI-basierter Modellierung. Durch adaptive Hard- und Softwarekomponenten sollen die entwickelten Methoden schnell auf verschiedene industrielle Sektoren \u00fcbertragbar sein. Im Laufe der vierj\u00e4hrigen Projektlaufzeit werden f\u00fcr alle drei Use-Cases Demonstratoren entwickelt, die die Praxistauglichkeit der L\u00f6sungen unter Beweis stellen sollen.<\/p>\n<p><strong>Das Projekt-Konsortium<\/strong><\/p>\n<p>Das Projekt wird vom Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) koordiniert und im Rahmen des Programms \u201eHorizon Europe\u201c gef\u00f6rdert. Zum Konsortium geh\u00f6ren neben den Fraunhofer-Instituten und dem IIT das Jo\u017eef Stefan Institute, Georg August Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, Technische Universit\u00e4t M\u00fcnchen, Vytautas-Magnus-University, qb robotics Srl, Electrocycling GmbH, Symbio SAS, OSIT Impresa S.p.A.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/flexcycle.eu\/\"><em>\u00a0<\/em>\u00a0Mehr zum Projekt <em>\u00a0<\/em> <\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das automatisierte Recycling von flexiblen Materialien wie Textilien, Kabeln und Brennstoffzellenmembranen aus Batterien stellt die moderne&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15056,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-43229","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43229","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=43229"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43229\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":43230,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/43229\/revisions\/43230"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15056"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=43229"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=43229"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=43229"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=43229"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}