{"id":43247,"date":"2026-03-20T07:05:16","date_gmt":"2026-03-20T06:05:16","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=43247"},"modified":"2026-03-12T10:09:01","modified_gmt":"2026-03-12T09:09:01","slug":"das-33-internationale-kolloquium-kunststofftechnik-in-aachen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=43247","title":{"rendered":"Das 33. Internationale Kolloquium Kunststofftechnik in Aachen"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"mt-base text-blue text-sm font border-l-8 border-blue pl-base my-12 leading-normal inline-block \"> Das 33. Internationale Kolloquium Kunststofftechnik des Instituts f\u00fcr Kunststoffverarbeitung (IKV) in Industrie und Handwerk an der RWTH Aachen hat einmal mehr gezeigt, dass Forschung und Industrie mit Innovation, neuen Ideen und technologischen L\u00f6sungen den Herausforderungen wirtschaftlicher Unsicherheit und globaler Umbr\u00fcche gemeinsam etwas entgegenzusetzen haben. Rund 460 Besucher nahmen vom 4. bis 5. M\u00e4rz 2026 die Gelegenheit wahr, sich im Aachener Eurogress \u00fcber aktuelle Entwicklungen rund um Kunststoffwerkstoffe und deren Verarbeitung auszutauschen. Ein zentrales Thema war das Recycling technischer Kunststoffe und Verpackungen. Im Fokus stand ein praxisnaher Wissenstransfer, bei dem fachkundige Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie den Bogen von der Grundlagenforschung bis zur industriellen Anwendung spannten. <\/span><\/p>\n<p>Das 33. Kolloquium war ein besonderer Meilenstein in der Geschichte des IKV, denn das erste Kolloquium im Jahr 1950 markierte zugleich die konstituierende Gr\u00fcndung des Instituts \u2013 ein gemeinsames Bekenntnis einer noch jungen Industrie und einer Hochschule zu langfristiger Zusammenarbeit, zu Innovation und zu technologischem Fortschritt, das auch nach 75 Jahren aktiv gestaltet wird. Eine gemeinsame strategische Zukunftsentscheidung von Industrie und Forschung nannte der Vorsitzende der IKV-F\u00f6rdervereinigung, Dr.-Ing. Herbert M\u00fcller, die Institutsgr\u00fcndung vor 75 Jahren anl\u00e4sslich der offiziellen Er\u00f6ffnung des 33. Kolloquiums.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Plenarvortr\u00e4ge zu aktuellen Entwicklungen<\/strong><\/h3>\n<p>Rezyklateinsatz und kreislauff\u00e4hige Wertsch\u00f6pfungsketten in der Automobilindustrie, neue Ans\u00e4tze f\u00fcr das Zusammenspiel von Kunststoffverarbeitung und mechanischem Recycling, k\u00fcnstliche Intelligenz f\u00fcr die Kunststoffindustrie und ein wirtschaftlicher Ausblick auf langfristige Trends: Das war der thematische Rahmen, den die Plenarvortr\u00e4ge beim 33. Internationale Kolloquium Kunststofftechnik aufspannten. Daf\u00fcr hatte das IKV mit Dr.-Ing. Werner Tietz (Mitglied der erweiterten Konzernleitung und Leiter Konzern Forschung und Entwicklung bei der Volkswagen AG), Dr. rer. nat. Patrick Gloeckner (Head Next Markets Program und Head Global Circular Economy Program bei der Evonik Operations GmbH), Prof. Dr.-Ing. Achim Grefenstein (Wissenschaftlicher Direktor am IKV und Senior Vice President Group R&amp;D bei Constantia Flexibles Germany GmbH), Dipl.-Ing. Mauritius Schmitz (Wissenschaftlicher Direktor am IKV und Co-Founder der OSPHIM GmbH) sowie Dr. Arne Holzhausen (Versicherungen, Verm\u00f6gen und ESG im Bereich Allianz Research bei der Allianz SE) hochkar\u00e4tige Plenarredner gewinnen k\u00f6nnen, die den Zuh\u00f6rern spannende Einblicke erm\u00f6glichten und neue Perspektiven er\u00f6ffneten.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Forschung f\u00fcr die Praxis: die Bandbreite der IKV-Forschung<\/strong><\/h3>\n<p>48 Fachvortr\u00e4ge in 16 Sessions lieferten einen umfassenden \u00dcberblick \u00fcber die aktuelle Forschung am IKV. Vortr\u00e4ge aus der industriellen Anwendung zu Beginn jeder Session und die Moderation durch Industriepartner sorgten f\u00fcr Einordnung und stellten den konkreten Praxisbezug her. Um die gesamte Bandbreite des IKV abzubilden, waren die Vortragssessions erstmals vierz\u00fcgig. Thematisch wurde vor<\/p>\n<p>allem die Nachhaltigkeit in den Blick genommen: von kreislauff\u00e4higen Wertsch\u00f6pfungsketten \u00fcber Recycling und Rezyklatverarbeitung, robustes Prozessdesign bis hin zu KI-gest\u00fctzten Entwicklungs- und Fertigungsstrategien. Materialseitig reichte das Spektrum von klassischen Thermoplasten, \u00fcber faserverst\u00e4rkte Kunststoffe, Kautschuk und Polyurethane bis zu Verarbeitungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr die noch relativ neue Klasse der Vitrimere.<\/p>\n<p>Einer der zentralen Forschungsans\u00e4tze am IKV ist es, etablierte und bestehende Technologien gezielt zu nutzen, weiterzuentwickeln und zu adaptieren, um nachhaltige Bauteile herzustellen. Ergebnisse dazu gab es in verschiedenen Sessions, die unter anderem das Schaumspritzgie\u00dfen, die Additive Fertigung, die Herstellung von Hybridstrukturen und den Einsatz von Kunststoffen in der Wasserstofftechnologie thematisierten. Vorgestellt wurde au\u00dferdem Forschung, die ein fundiertes Material- und Prozessverst\u00e4ndnis erm\u00f6glicht \u2013 eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr robuste Prozesse auch bei der Verarbeitung anspruchsvoller Materialien. Gearbeitet wird auch an Simulationen und Modellierungen, die f\u00fcr eine solide Datenbasis f\u00fcr Werkzeuge der Digitalisierung und der KI n\u00f6tig sind.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Offenes Technikum: IKV 360\u00b0<\/strong><\/h3>\n<p>\u00dcber die Vortr\u00e4ge hinaus, zeigten die IKV Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auch in den Laboren und Technika aktuelle Forschung auf dem Weg in die Praxis. An mehr als 60 Stationen erwarteten sie die Besucher am Nachmittag des ersten Konferenztags im IKV auf dem Campus Melaten, um neue Entwicklungen zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Laufende Maschinen und Prozesse zu Themen wie Additive Fertigung, Analyse und Pr\u00fcfung, Digitalisierung, Extrusion, Faserverst\u00e4rkte Kunststoffe, Kautschuktechnologie, Kreislaufwirtschaft, Plasmatechnik, Polyurethantechnik, Spritzgie\u00dfen, Strukturberechnung, Wasserstofftechnologien und Werkstofftechnik vermittelten anschaulich Bandbreite und Praxisbezug der IKV-Forschung.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auszeichnungen<\/strong><\/h3>\n<p>Traditionell werden beim IKV Kolloquium der Georg-Menges-Preise f\u00fcr besonderes Engagement f\u00fcr den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die industrielle Praxis und der Reifenh\u00e4user-F\u00f6rderpreis f\u00fcr besondere Forschungsleistungen von Nachwuchswissenschaftlern und Nachwuchswissenschaftlerinnen, verliehen. Das IKV ehrte au\u00dferdem vier Mitglieder der F\u00f6rdervereinigung f\u00fcr mehr als 50 Jahre Mitgliedschaft: den Carl Hanser Verlag GmbH &amp; Co. KG, die HELLA GmbH &amp; Co. KGaA, die Kautex Textron GmbH &amp; Co. KG und die Robert Bosch GmbH.<\/p>\n<p>Der Georg-Menges-Preis 2026 ging an Markus L\u00fcling, Chefredakteur des Fachmagazins K-PROFI. Mit der Auszeichnung w\u00fcrdigt die Jury einen Journalisten, dessen Arbeit Branchen- und Unternehmensgrenzen \u00fcberbr\u00fcckt. Durch seine transparente Berichterstattung schafft L\u00fcling Orientierung in einem Umfeld, das zugleich durch wachsende Spezialisierung und hohe Dynamik gepr\u00e4gt ist. Gerade in diesem Spannungsfeld ist ein nachvollziehbarer und glaubw\u00fcrdiger Fachjournalismus von besonderem Wert.<\/p>\n<p>Den Reifenh\u00e4user-F\u00f6rderpreis 2026 erhielt Jan Kleinsorge f\u00fcr seine Masterarbeit im Bereich Spritzgie\u00dfen des IKV mit dem Titel: \u201eInverse thermische Spritzgie\u00dfwerkzeugauslegung: Entwicklung und Validierung einer thermomechanischen Optimierung des W\u00e4rmehaushalts f\u00fcr komplexe dreidimensionale Formteile\u201c. Die Ehrung \u00fcbernahm Dr.-Ing. Christoph Lettowsky als Vertreter des Stiftungsunternehmens Reifenh\u00e4user Blown Film GmbH &amp; Co. KG.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Den Nachwuchs ansprechen: Recruiting Speeddating<\/strong><\/h3>\n<p>Mit dem Kolloquium schafft das IKV f\u00fcr die Unternehmen aus der Kunststoffindustrie nicht nur einen Ort des Austauschs zu wissenschaftlichen Themen, sondern auch die M\u00f6glichkeit, gezielt mit dem Nachwuchs in Kontakt zu treten. Das Recruiting Speeddating, das Studierenden und Absolventen Gelegenheit bietet potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen und sich \u00fcber ihre Zukunftschancen zu informieren, ist mittlerweile zu einem festen Programmpunkt geworden.<\/p>\n<p>Sechs Unternehmen pr\u00e4sentierten sich in diesen Zusammenhang als Arbeitgeber, um (k\u00fcnftige) Bewerber kennenzulernen und passende Kandidaten f\u00fcr Praktika, Abschlussarbeiten und Einstiegspositionen in der Kunststoffindustrie zu finden. Sowohl die 25 Bewerber, durchweg Studierende aus dem Bereich Kunststofftechnik der RWTH, als auch die Unternehmen waren mit der Qualit\u00e4t der Gespr\u00e4che mehr als zufrieden.<\/p>\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wohnzimmer des Kolloquiums: Industrieausstellung<\/strong><\/h3>\n<p>Ein zentraler Anlaufpunkt f\u00fcr die Netzwerkpflege und den Austausch mit Experten, Entscheidungstr\u00e4gern und Gesch\u00e4ftspartnern war w\u00e4hrend des gesamten Kolloquiums die 400 Quadratmeter umfassende Industrieausstellung im Foyer des Eurogress. Hier fanden sich zahlreiche Besucher bereits am Vorabend es Kolloquiums zur Er\u00f6ffnung ein, um bei Sandwiches, Currywurst und k\u00fchlen Getr\u00e4nken neue Kontakte zu kn\u00fcpfen und alte aufzufrischen. In den folgenden zwei Tagen boten die Pausen zwischen den Vortr\u00e4gen reichlich Gelegenheit, Informationen zu sammeln und sich intensiv auszutauschen.<\/p>\n<p>Die mehr als 20 Aussteller repr\u00e4sentierten die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette der Kunststoffbranche, von Maschinen- und Anlagenherstellern \u00fcber Verarbeiter und Rohstofflieferanten bis hin zu Herstellern von Analyse- und Pr\u00fcftechnik sowie Consultingunternehmen. Viele von ihnen sind bereits seit Jahren dabei und ergriffen genauso gerne wie die jungen Forschenden des Instituts die Chance, miteinander ins Gespr\u00e4ch zu kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das 33. 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