{"id":43285,"date":"2026-03-26T07:15:34","date_gmt":"2026-03-26T06:15:34","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=43285"},"modified":"2026-03-19T12:17:29","modified_gmt":"2026-03-19T11:17:29","slug":"kunststofferzeugung-sinkt-2025-um-45-prozent-branche-warnt-vor-dominoeffekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=43285","title":{"rendered":"Kunststofferzeugung sinkt 2025 um 4,5 Prozent \u2013 Branche warnt vor Dominoeffekt"},"content":{"rendered":"<p>Die deutsche Kunststofferzeugung steckt weiterhin in der Krise. 2025 entwickelten sich alle zentralen wirtschaftlichen Kennzahlen der deutschen Kunststofferzeugung negativ: Die Produktion sank um 4,5 Prozent, der Umsatz um 7,6 Prozent auf 24,6 Milliarden Euro, die Exporte um 5,5 Prozent.<\/p>\n<p>Ursachen waren die schwache Konjunktur und die damit verbundene geringere Nachfrage, zunehmender Wettbewerb aus dem Ausland sowie anhaltende Handelskonflikte. Unter anderem war die Umlenkung von chinesischen Produkten, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr den US-amerikanischen Markt vorgesehen waren, nach Europa deutlich sichtbar.<br \/>\nSeit Beginn der Energiekrise 2022 summiert sich der Produktionsr\u00fcckgang der Kunststofferzeuger in Deutschland auf mehr als 26 Prozent, w\u00e4hrend die weltweite Nachfrage nach Kunststoffen weiter gestiegen ist. Das teilte Plastics Europe Deutschland, der Verband der Kunststofferzeuger, auf seiner Wirtschaftspressekonferenz mit.<\/p>\n<p><strong>Die St\u00e4rke des Standorts wird zur Achillesferse<\/strong><br \/>\nDie enge Verzahnung der Wertsch\u00f6pfungskette ist bislang ein zentraler Standortvorteil Deutschlands: kurze Wege zwischen Forschung und Industrie, hochqualifizierte Fachkr\u00e4fte und die N\u00e4he zu Schl\u00fcsselbranchen.<\/p>\n<p>Daher tr\u00e4fen die Folgen der Krise in der Kunststoff und Chemieindustrie weit mehr als nur eine Branche, erkl\u00e4rt Dr. Ralf D\u00fcssel, Vorstandsvorsitzender von Plastics Europe Deutschland. \u201eIn Chemieparks gibt es kein Rosinenpicken. Rohstoffe, Energie, Dampf und Infrastruktur sind standort\u00fcbergreifend kalkuliert.\u201c Man k\u00f6nne nicht einzelne Anlagen herausnehmen und glauben, der Rest funktioniere weiter. Falle ein zentraler Baustein weg, drohe ein Dominoeffekt \u2013 zun\u00e4chst am Standort und dann auch f\u00fcr Zulieferer, Verarbeiter, Maschinenbau und andere Partner.<\/p>\n<p><strong>Dringende Ma\u00dfnahmen zum Erhalt der deutschen Kunststoffindustrie<\/strong><br \/>\nF\u00fcr die Stabilisierung des Industriestandorts braucht es aus Sicht der Kunststofferzeuger dringende und umfassende Reformen: den Abbau verbliebener Handelsbarrieren im EU Binnenmarkt, weniger nationale Sonderwege bei der Umsetzung europ\u00e4ischer Vorgaben und sp\u00fcrbare Entlastungen bei Energie und Strompreisen.<\/p>\n<p><strong>Geopolitik r\u00fcckt Lieferketten und Rohstoffsicherheit in den Fokus<\/strong><br \/>\nDie aktuellen geopolitischen Entwicklungen f\u00fchren vor Augen, wie verletzlich Europas Rohstoffversorgung ist. Deutschland und Europa sind rohstoffarm. Wer die industrielle Basis sichern wolle, m\u00fcsse die Rohstoffe, die bereits im Land sind, konsequent im Kreislauf halten, so Dr. Christine Bunte, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von Plastics Europe Deutschland.<\/p>\n<p><strong>Der Wettbewerb um Kreislaufwirtschaft wird h\u00e4rter<\/strong><br \/>\nZwar habe es zuletzt positive Impulse gegeben, doch reichten diese aus Sicht des Verbands nicht aus, um in der Kreislaufwirtschaft das n\u00f6tige Tempo zu entfalten. Gleichzeitig holen andere Regionen der Welt rasch auf: China hat seine Recyclingkapazit\u00e4ten innerhalb von nur zwei Jahren nahezu verdoppelt und ist bezogen auf die Menge zum weltweit gr\u00f6\u00dften Lieferanten von recycelten Kunststoffen aufgestiegen. Europa hat zwar noch einen Technologie- und Infrastrukturvorsprung, doch h\u00e4ufen sich aktuell die Insolvenzen auch bei Kunststoffrecyclern.<\/p>\n<p><strong>Rezyklateinsatzziele: Ohne neue Technologien unerreichbar<\/strong><br \/>\nDer Verband betont: Marktanreize wie Recycling- und Rezyklateinsatzquoten oder Hebel wie die \u00f6ffentliche Beschaffung seien unverzichtbar, um Nachfrage zu schaffen. Doch ohne einen Rahmen, der die Zielerreichung erm\u00f6gliche, liefen diese Ma\u00dfnahmen ins Leere. Bunte hebt in dem Zusammenhang die zentrale Bedeutung von pragmatischen und anwendbaren Massenbilanzregeln hervor.<br \/>\n\u201eIn beiden Bereichen \u2013 Standortsicherung und Transformation \u2013 m\u00fcssen wir Pragmatismus vor Perfektion stellen,\u201c fasst Bunte zusammen. \u201eNicht jede Regel muss von Beginn an vollst\u00e4ndig ausformuliert sein. Nicht jede offene Frage l\u00e4sst sich vorab kl\u00e4ren. Wir k\u00f6nnen nicht darauf warten, dass andere langsamer werden. Wir m\u00fcssen schneller werden.\u201d<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Kunststofferzeugung steckt weiterhin in der Krise. 2025 entwickelten sich alle zentralen wirtschaftlichen Kennzahlen der deutschen Kunststofferzeugung negativ: Die Produktion sank um 4,5 Prozent, der Umsatz um 7,6 Prozent auf 24,6 Milliarden Euro, die Exporte um 5,5 Prozent. 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