{"id":43784,"date":"2026-06-24T07:07:42","date_gmt":"2026-06-24T05:07:42","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=43784"},"modified":"2026-06-19T12:10:38","modified_gmt":"2026-06-19T10:10:38","slug":"effizienzsprung-im-folienrecycling-kaelte-fuer-den-kreislauf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=43784","title":{"rendered":"Effizienzsprung im Folienrecycling: K\u00e4lte f\u00fcr den Kreislauf"},"content":{"rendered":"<p><strong>Recyclingspezialist Rymoplast vertraut auf technotrans-Thermomanagement: Neue zentrale Container-K\u00fchlanlage verbindet Prozessstabilit\u00e4t mit BAFA-gef\u00f6rderter Nachhaltigkeit<\/strong><\/p>\n<p>Um die ambitionierten Klimaziele der Industrie zu erreichen, ist die Wiederaufbereitung von Kunststoffen essenziell. Die Gruppe Morssinkhof-Rymoplast, einer der gr\u00f6\u00dften Kunststoffrecycler Europas, hat 2022 ihre Kapazit\u00e4ten mit einem neuen Werk im s\u00e4chsischen Markranst\u00e4dt massiv ausgebaut. Hier werden j\u00e4hrlich rund 30.000 Tonnen Folienabf\u00e4lle zu hochwertigem Regranulat verarbeitet. Um die hohen Qualit\u00e4tsstandards der \u201eClosed Loop\u201c-Philosophie auch in der Produktion sicherzustellen, setzt das Unternehmen auf eine ma\u00dfgeschneiderte K\u00fchll\u00f6sung von technotrans. Der Thermomanagement-Spezialist entwickelte und installierte eine 1,5-Megawatt-Containeranlage, die dank intelligenter Freik\u00fchlung nicht nur h\u00f6chste Prozessstabilit\u00e4t liefert, sondern j\u00e4hrlich fast 480.000 Kilogramm CO<sub>2<\/sub> einspart.<\/p>\n<p>Die Morssinkhof-Rymoplast-Gruppe ist einer der f\u00fchrenden Anbieter im Bereich des Kunststoffrecyclings und nachhaltiger Kreislaufwirtschaft. Das niederl\u00e4ndische Familienunternehmen mit mehr als 50 Jahren Erfahrung und rund 800 Mitarbeitenden recycelt j\u00e4hrlich knapp 500.000 Tonnen Kunststoff. Mit der Investition von rund 30 Millionen Euro in einen Standort der Rymoplast Deutschland GmbH in Markranst\u00e4dt bei Leipzig setzte die Gruppe 2022 ein klares Zeichen f\u00fcr den Ausbau des Post-Consumer Recycling (PCR) in Deutschland.<\/p>\n<p>Das Ziel in Markranst\u00e4dt ist ehrgeizig: Aus gebrauchten Gewerbe- und Industriefolien soll ein LDPE-Regranulat (Low Density Polyethylene) entstehen, das in seiner Qualit\u00e4t Neuware in nichts nachsteht. Der Prozess ist komplex. Die angelieferten Folienballen werden geschreddert, gewaschen, getrocknet und schlie\u00dflich extrudiert. \u201eDruckluft, Wasser und eine zuverl\u00e4ssige K\u00e4lteversorgung sind die drei S\u00e4ulen, auf denen unsere Prozessstabilit\u00e4t beruht. F\u00e4llt eine davon aus, steht die Produktion\u201c, erkl\u00e4rt Mark Langenhof, Business Development &amp; Application Engineer bei der Rymoplast Deutschland GmbH. Insbesondere im Extrusionsprozess, bei dem der Kunststoff aufgeschmolzen und anschlie\u00dfend granuliert wird, ist eine exakte Temperierung entscheidend. Stimmt die K\u00fchlung nicht, verklebt das Granulat und die Qualit\u00e4t sinkt drastisch.<\/p>\n<p><strong>Vom leeren Hallenboden zur anwendungsspezifischen K\u00e4lteversorgung<\/strong><\/p>\n<p>Als es an die Planung des neuen Werkes in einer bestehenden, aber komplett entkernten Halle ging, wandte sich Rymoplast an technotrans. Der Kontakt bestand bereits \u00fcber fr\u00fchere Projekte der niederl\u00e4ndischen Muttergesellschaft, bei denen technotrans (damals noch unter der Marke gwk) erfolgreich K\u00fchlanlagen implementiert hatte. \u201eWir standen vor der Situation, quasi auf der gr\u00fcnen Wiese zu planen. Das gab uns die Freiheit, die Anlage von Grund auf optimal zu dimensionieren, erforderte aber auch einen Partner, der nicht nur Komponenten liefert, sondern ein schl\u00fcssiges Gesamtkonzept entwickelt\u201c, so Langenhof.<\/p>\n<p>Rymoplast definierte spezifische Anforderungen: Der Recyclingspezialist ben\u00f6tigte f\u00fcr die K\u00fchlung der EREMA-Extruder und der Peripherie eine L\u00f6sung, die im Endausbau eine K\u00e4lteleistung von 1,5 Megawatt bereitstellt. Gleichzeitig sollte wertvoller Platz in der neuen Produktionshalle nicht durch Versorgungstechnik blockiert werden. Ein weiteres Kriterium war die Sauberkeit. In einem Recyclingwerk entsteht durch das Schreddern und Bewegen der Materialien zwangsl\u00e4ufig Staub. \u201eWir wollten vermeiden, dass die K\u00e4ltetechnik in der Halle steht und mit der Zeit verschmutzt. Eine au\u00dferhalb des Geb\u00e4udes aufgestellte L\u00f6sung minimiert Wartungsaufw\u00e4nde und sichert die Langlebigkeit der Anlage\u201c, erl\u00e4utert Langenhof.<\/p>\n<p><strong>Platzsparende Containerl\u00f6sung im Corporate Design<\/strong><\/p>\n<p>Die Antwort der technotrans-Ingenieure aus Meinerzhagen war eine kundenspezifische und exakt auf diese Bed\u00fcrfnisse zugeschnittene Container-K\u00fchlanlage. Die gesamte Technik \u2013 inklusive Pumpen, Tanks, K\u00e4ltemaschinen und Schaltschr\u00e4nken \u2013 ist in eine wetterfeste Container-Kombination integriert und im Au\u00dfenbereich platziert. Ein optisches Detail am Rande: Der Technik-Container ist im spezifischen Blau des Kunden lackiert, um sich nahtlos in das Erscheinungsbild des Werks einzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>\u201eDer Vorteil dieser L\u00f6sung liegt auf der Hand: Wir haben die komplette Technik sauber verkapselt au\u00dferhalb der Produktion. Selbst nach mehr als zwei Jahren Betrieb sieht das Innere des Containers aus wie am ersten Tag\u201c, best\u00e4tigt Langenhof. Die Anlage versorgt die Produktion mit einer konstanten Vorlauftemperatur von 15 Grad Celsius. Ein Rohrleitungssystem f\u00fchrt das K\u00fchlwasser zu den Verbrauchern \u2013 den Extrudern und der Granulatk\u00fchlung. Dabei legte Rymoplast gro\u00dfen Wert auf Redundanz: Doppelpumpengruppen mit Frequenzumrichtern sichern nicht nur den Betrieb bei einem Pumpenausfall ab, sondern passen die F\u00f6rderleistung der Motoren permanent an den tats\u00e4chlichen Bedarf an. Dank dieser exakten Drehzahlregelung arbeiten die Pumpen stets im energetischen Optimum. So l\u00e4sst sich die Stromaufnahme im Teillastbetrieb gegen\u00fcber starren Systemen deutlich reduzieren.<\/p>\n<p><strong>Weg vom K\u00fchlturm: Geschlossenes System f\u00fcr Hygiene und Stabilit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p>Technologisch markiert die Anlage einen bewussten Schritt weg von offenen K\u00fchlturmsystemen, die in der Branche immer noch weit verbreitet sind. Roger Schmidt, Sales Manager Cooling Solutions bei der technotrans solutions GmbH, erkl\u00e4rt die Schwachstellen: \u201eOffene Systeme sind anf\u00e4llig f\u00fcr Schmutzeintrag und bergen das Risiko von Legionellenbildung, was strenge beh\u00f6rdliche Auflagen und einen hohen chemischen Behandlungsaufwand nach sich zieht.\u201c Stattdessen konzipierte technotrans ein geschlossenes System.<\/p>\n<p>Da ein geschlossener Kreislauf jedoch physikalisch anders gek\u00fchlt werden muss als ein Verdunstungsk\u00fchlturm, war die Energieeffizienz das zentrale Thema der Auslegung. Hier spielte technotrans seine L\u00f6sungskompetenz voll aus: Die Anlage kombiniert hocheffiziente K\u00e4ltemaschinen mit einer leistungsstarken Freik\u00fchler-Einheit, die platzsparend direkt auf dem Dach des Containers installiert ist. Um die Effizienz auch bei h\u00f6heren Au\u00dfentemperaturen zu maximieren, ist das System zus\u00e4tzlich mit einer adiabatischen K\u00fchlung ausgestattet. Dabei senkt ein Spr\u00fchwasserverteilsystem die Temperatur der Ansaugluft durch Verdunstungsk\u00e4lte ab. Dadurch steigt der Wirkungsgrad der Gesamt-K\u00fchlanlage signifikant.<\/p>\n<p><strong>Enorme Energieeinsparung durch intelligente Sektorkopplung<\/strong><\/p>\n<p>Rymoplast profitiert zudem durch die sogenannte Winterentlastung. Das Prinzip ist so simpel wie effektiv: Sobald die Au\u00dfentemperatur niedriger ist als die geforderte R\u00fccklauftemperatur des Prozesswassers, wird die K\u00e4lte nicht mehr aktiv \u00fcber die Kompressoren erzeugt, sondern passiv \u00fcber die Au\u00dfenluft im Freik\u00fchler. \u201eIn unseren Breiten k\u00f6nnen wir die K\u00e4ltemaschinen \u00fcber viele Monate im Jahr komplett abschalten oder zumindest stark entlasten\u201c, sagt Schmidt.<\/p>\n<p>Im Vergleich zu einer herk\u00f6mmlichen Kompressionsk\u00e4lteanlage ohne Freik\u00fchlung spart das technotrans-System in Markranst\u00e4dt j\u00e4hrlich rund 650 Megawattstunden Strom ein. Das entspricht einer Reduktion der CO<sub>2<\/sub>-Emissionen um ca. 480.000 Kilogramm pro Jahr \u2013 eine Einsparung von fast 40 Prozent. Aufgrund dieser hohen Effizienzwerte erhielt Rymoplast eine F\u00f6rderung der Investition durch das Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). \u201etechnotrans hat uns hier gemeinsam mit der Initialberatung GERATRADE GmbH nicht nur technisch, sondern auch beratend zur Seite gestanden, um die entsprechenden Nachweise f\u00fcr die F\u00f6rderf\u00e4higkeit zu erbringen\u201c, sagt Langenhof. Die Rohrleitungen wurden beispielsweise speziell isoliert, um thermische Verluste zu minimieren und die F\u00f6rderkriterien zu erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><strong>Hohe Fertigungstiefe schafft Vertrauen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr Rymoplast war neben der Technologie auch das Vertrauen in den Partner ausschlaggebend. Ein Besuch im technotrans-Werk in Meinerzhagen w\u00e4hrend der Projektierungsphase hinterlie\u00df bleibenden Eindruck. \u201eEs gibt viele Anlagenbauer, aber nur wenige mit einer so hohen Fertigungstiefe\u201c, betont Langenhof. \u201eZu sehen, dass technotrans das Know-how im eigenen Haus hat, Bleche selbst bearbeitet, Rohre schwei\u00dft und die Schaltschr\u00e4nke baut, schafft Vertrauen. Man merkt, dass hier nicht nur Komponenten zusammengekauft werden, sondern echte Engineering-Kompetenz dahintersteckt.\u201c<\/p>\n<p>Diese Kompetenz zeigte sich auch in der Flexibilit\u00e4t w\u00e4hrend des Werkausbaus. Die Anlage konzipierte technotrans von Beginn an so, dass sie modular wachsen konnte. W\u00e4hrend sie zum Start im Jahr 2022 zun\u00e4chst zwei Extrusionslinien versorgte, erfolgte im Mai 2025 die geplante Erweiterung auf die dritte Linie. \u201eDie Anschl\u00fcsse und die Steuerung waren bereits vorbereitet. Die Integration der zus\u00e4tzlichen Pumpen und die Anpassung der Leistung verliefen reibungslos\u201c, berichtet Langenhof.<\/p>\n<p><strong>Digitalisierung und Service aus einer Hand<\/strong><\/p>\n<p>Ein wichtiger Baustein f\u00fcr die Betriebssicherheit ist die Einbindung der Anlage in das digitale Monitoring. \u00dcber eine Fernwartungsschnittstelle k\u00f6nnen die Techniker von technotrans bei Bedarf direkt auf die Steuerung zugreifen, Parameter analysieren und St\u00f6rungen oft beheben, ohne physisch vor Ort sein zu m\u00fcssen. Gleichzeitig haben die Instandhalter von Rymoplast \u00fcber ein gro\u00dfes HMI-Touchpanel und gespiegelte Desktops an ihren Arbeitspl\u00e4tzen jederzeit vollen Einblick in Dr\u00fccke, Temperaturen und Durchflussmengen. \u201eF\u00fcr uns ist die Anlage ein Sorglos-Paket\u201c, res\u00fcmiert Langenhof. \u201eWir haben einen Wartungsvertrag abgeschlossen und beziehen sogar die notwendigen Additive f\u00fcr das K\u00fchlwasser direkt \u00fcber technotrans, um sicherzugehen, dass die Chemie stimmt.\u201c<\/p>\n<p><strong>Fazit: Partnerschaft mit Zukunft<\/strong><\/p>\n<p>Das Werk in Markranst\u00e4dt steht exemplarisch f\u00fcr den Anspruch der Morssinkhof-Rymoplast-Gruppe an zukunftsf\u00e4higes Recycling auf dem neuesten Stand der Technik. Die Entscheidung f\u00fcr eine zentrale, energieeffiziente K\u00e4lteversorgung zahlt direkt auf die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens ein. F\u00fcr Langenhof steht fest, dass sich die Investition gelohnt hat: \u201eWir produzieren hier Qualit\u00e4tsprodukte, die den Kreislauf schlie\u00dfen. Daf\u00fcr brauchen wir Partner, die denselben Qualit\u00e4tsanspruch haben. Mit technotrans haben wir diesen Partner gefunden \u2013 die Anlage l\u00e4uft stabil, effizient und wir w\u00fcrden diesen Weg jederzeit wieder gehen.\u201c<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der bundesweit steigenden Energiekosten und der strengeren Umweltauflagen ist das Projekt in Markranst\u00e4dt eine Blaupause daf\u00fcr, wie Industrieunternehmen durch intelligentes Thermomanagement \u00d6konomie und \u00d6kologie erfolgreich verbinden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen unter: <\/strong><a href=\"http:\/\/www.technotrans.de\"><strong>www.technotrans.de<\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die ambitionierten Klimaziele der Industrie zu erreichen, ist die Wiederaufbereitung von Kunststoffen essenziell. 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