{"id":43912,"date":"2026-07-15T06:43:09","date_gmt":"2026-07-15T04:43:09","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=43912"},"modified":"2026-07-09T11:44:04","modified_gmt":"2026-07-09T09:44:04","slug":"stimmung-im-maschinenbau-hellt-sich-leicht-auf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=43912","title":{"rendered":"Stimmung im Maschinenbau hellt sich leicht auf"},"content":{"rendered":"<p><strong>VDMA Konjunkturerhebung zweites Quartal 2026<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li><strong>Lageeinsch\u00e4tzung verbessert sich leicht, Erwartungen bleiben verhalten optimistisch<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unternehmen merken Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Lieferketten<\/strong><\/li>\n<li><strong>Deutschland unter den gro\u00dfen Absatzm\u00e4rkten am schlechtesten bewertet<\/strong><\/li>\n<li><strong>Unternehmen berichten von Investitionszur\u00fcckhaltung, Kosten- und Wettbewerbsdruck<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Krieg im Iran und seine wirtschaftlichen Folgen haben den Maschinen- und Anlagenbau im zweiten Quartal 2026 belastet. Zwar hat sich die Stimmung gegen\u00fcber dem Jahresstart wieder etwas aufgehellt, von einer durchgreifenden Erholung kann aber weiterhin keine Rede sein. Rund 28 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Lage als sehr gut oder gut. Knapp ein Viertel der Firmen bezeichnet die Lage dagegen als schlecht oder sehr schlecht. Damit liegt der Saldo wieder leicht im positiven Bereich, nachdem er in der vorangegangenen Umfrage im M\u00e4rz noch leicht negativ war. Die Aussichten haben sich jedoch nur marginal verbessert: Rund 25 Prozent der Unternehmen rechnen in den kommenden sechs Monaten mit einer Verbesserung ihrer Gesch\u00e4ftslage, 11 Prozent erwarten eine Verschlechterung. Die Mehrheit geht weiterhin von einer weitgehend unver\u00e4nderten Lage aus.<\/p>\n<p>Auch die Umsatzerwartungen zeigen noch keine klare Trendwende. F\u00fcr das laufende Jahr sind sie trotz der etwas besseren Lageeinsch\u00e4tzung leicht gesunken, im Mittel gehen die Unternehmen aber weiterhin von einem moderaten nominalen Umsatzwachstum aus. F\u00fcr 2027 fallen die Erwartungen etwas positiver aus, bleiben angesichts der hohen Unsicherheit jedoch breit gestreut \u00fcber die Unternehmen.<\/p>\n<p>\u201eDie Stimmung im Maschinen- und Anlagenbau hat sich zwar etwas aufgehellt. Der Iran-Krieg hat die Unsicherheit aber wieder erh\u00f6ht und die globale Konjunktur zus\u00e4tzlich abgek\u00fchlt\u201c, kommentiert VDMA-Chefvolkswirt Dr. Johannes Gernandt die Ergebnisse.<\/p>\n<p><strong>Positiver Blick auf die USA, schlechtes Urteil f\u00fcr Deutschland<\/strong><br \/>\nDie wichtigen Absatzm\u00e4rkte werden weiterhin sehr unterschiedlich eingesch\u00e4tzt. Unter den gro\u00dfen M\u00e4rkten wird Nordamerika \u2013 und damit vor allem die USA &#8211; weiterhin am positivsten bewertet. Knapp 39 Prozent der Unternehmen berichten hier von einer guten oder sehr guten Gesch\u00e4ftslage. Der Absatzmarkt China wird hingegen ambivalent beurteilt. Es gibt sowohl einen betr\u00e4chtlichen Anteil positiver (24 Prozent) als auch \u00a0negativer (35 Prozent) Einsch\u00e4tzungen.<\/p>\n<p>Der deutsche Binnenmarkt bleibt ein besonderer Schwachpunkt und das Schlusslicht unter den gro\u00dfen Absatzm\u00e4rkten. Knapp 35 Prozent der Unternehmen bewerten die Gesch\u00e4ftslage in Deutschland als schlecht oder sehr schlecht, w\u00e4hrend nur knapp 20 Prozent von einer guten oder sehr guten Lage berichten. Bei den Erwartungen f\u00fcr die kommenden sechs Monate liegt der Saldo zwar leicht auf Seiten der Unternehmen, die mit einer Verbesserung rechnen. Der Gro\u00dfteil erwartet jedoch, dass die insgesamt durchwachsene Lage zun\u00e4chst bestehen bleibt. Die EU zeigt sich dagegen als stabilerer Absatzmarkt, auch wenn von einer ausgepr\u00e4gten Dynamik noch nicht gesprochen werden kann.<\/p>\n<p><strong>Unternehmen merken Auswirkungen auf die Lieferketten<\/strong><br \/>\nDie Schlie\u00dfung der Stra\u00dfe von Hormus infolge des Krieges im Iran zeigt inzwischen auch Auswirkungen auf die Lieferketten des Maschinen- und Anlagenbaus. Besonders betroffen sind Vorprodukte aus den Bereichen Metalle, Kunststoffe und Chemie sowie Elektronikkomponenten. Die Unternehmen berichten teilweise von gravierenden oder merklichen Lieferengp\u00e4ssen. Bei Metallen sowie Kunststoff- und Gummiprodukten liegt der Anteil der betroffenen Unternehmen bei jeweils rund 10 Prozent. Deutlich sp\u00fcrbarer sind die Einschr\u00e4nkungen bei Elektronikkomponenten: Hier meldet gut jedes f\u00fcnfte Unternehmen merkliche oder gravierende Engp\u00e4sse.<\/p>\n<p><strong>Besch\u00e4ftigungssituation und Kapazit\u00e4tsauslastung bleiben angespannt<\/strong><br \/>\nDie Personalsituation in den Unternehmen bleibt aufgrund der wirtschaftlichen Schw\u00e4chephase sowie der demografischen Entwicklung schwierig. Weiterhin wollen mehr Unternehmen ihre Stammbelegschaft ab- als aufbauen, und es werden weniger offene Stellen erwartet.<\/p>\n<p>Die Kapazit\u00e4tsauslastung hat sich im zweiten Quartal leicht verbessert, bleibt aber ebenfalls schwach. \u00a0Der Anteil der Unternehmen mit einer Auslastung von weniger als 70 Prozent ist leicht auf rund 17 Prozent gesunken. Etwa 32 Prozent der Unternehmen berichten von einer Auslastung zwischen 80 und 90 Prozent.<\/p>\n<p>\u201eKunden z\u00f6gern mit Investitionen, weil die Unsicherheit hoch bleibt und sich Kosten, Regulierung und internationaler Wettbewerbsdruck gegenseitig verst\u00e4rken\u201c, sagt Dr. Gernandt. \u201eGerade der Mittelstand braucht jetzt verl\u00e4ssliche Rahmenbedingungen, weniger B\u00fcrokratie, wettbewerbsf\u00e4hige Kosten und faire Wettbewerbsbedingungen, damit aus vorsichtiger Planung wieder konkrete Auftr\u00e4ge werden.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Krieg im Iran und seine wirtschaftlichen Folgen haben den Maschinen- und Anlagenbau im zweiten Quartal 2026 belastet. 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