{"id":44008,"date":"2026-07-30T06:50:11","date_gmt":"2026-07-30T04:50:11","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=44008"},"modified":"2026-07-24T09:53:39","modified_gmt":"2026-07-24T07:53:39","slug":"composites-germany-ergebnis-der-27-composites-markterhebung-liegt-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=44008","title":{"rendered":"Composites Germany \u2013 Ergebnis der 27. Composites-Markterhebung liegt vor"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u25aa Optimistischere Bewertung der aktuellen Gesch\u00e4ftslage<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Zukunftserwartungen gepr\u00e4gt von Zuversicht<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Investitionsklima hellt sich auf<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Erwartungen an Anwendungsindustrien unterschiedlich<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Wachstumstreiber mit leichten Bewegungen<\/strong><br \/>\n<strong>\u25aa Composites-Index mit positiver Tendenz<\/strong><\/p>\n<p>Zum 27. Mal hat Composites Germany (www.composites-germany.de) aktuelle Kenn-<br \/>\nzahlen zum Markt f\u00fcr faserverst\u00e4rkte Kunststoffe erhoben. Befragt wurden alle Mitglieds-<br \/>\nunternehmen der Tr\u00e4gerverb\u00e4nde von Composites Germany: AVK und Composites Uni-<br \/>\nted sowie des assoziierten Partners VDMA.<\/p>\n<p>Um die problemlose Vergleichbarkeit der unterschiedlichen Erhebungen zu gew\u00e4hrleis-<br \/>\nten, wurden auch in diesem Halbjahr keine grundlegenden \u00c4nderungen bei der Befra-<br \/>\ngung durchgef\u00fchrt. Erhoben wurden erneut \u00fcberwiegend qualitative Daten in Bezug auf<br \/>\ndie aktuelle und zuk\u00fcnftige Marktentwicklung.<\/p>\n<p>OPTIMISTISCHERE BEWERTUNG DER AKTUELLEN GESCH\u00c4FTSLAGE<br \/>\nNachdem sich im Rahmen der letzten Befragung bei der Einsch\u00e4tzung der generellen<br \/>\nGesch\u00e4ftslage ein gegens\u00e4tzlicher Trend f\u00fcr die erhobenen Regionen feststellen lie\u00df,<br \/>\nverbessert sich die Einsch\u00e4tzung in der aktuellen Erhebung f\u00fcr alle Regionen (Deutsch-<br \/>\nland, Europa, Welt).<\/p>\n<p>Besonders auff\u00e4llig ist die starke Zunahme der Bewertung der generellen Gesch\u00e4ftslage<br \/>\nf\u00fcr Europa, wohingegen die Einsch\u00e4tzung f\u00fcr Deutschland und weltweit nur leicht zu-<br \/>\nnimmt. Unterst\u00fctzt wird diese Tendenz durch die Bewertung der aktuellen Gesch\u00e4fts-<br \/>\nlage f\u00fcr das eigene Unternehmen. Auch hier ist eine positivere Bewertung f\u00fcr alle Regi-<br \/>\nonen feststellbar.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der derzeitigen Herausforderungen ist diese Einsch\u00e4tzung ein po-<br \/>\nsitives Signal aus der Branche. Insgesamt ist das Produktionsvolumen in Europa weiter-<br \/>\nhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Das Marktvolumen ist in Folge der Corona-Krise um etwa 25 % seit 2021<br \/>\nzur\u00fcck gegangen. Der europ\u00e4ische Anteil an der weltweiten Produktionsmenge ist, auf-<br \/>\ngrund eines zunehmend wachsenden Weltmarktes, weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Die Gr\u00fcnde<br \/>\nhierf\u00fcr sind vielf\u00e4ltig und haben sich seit der letzten Erhebung nicht grundlegend ge\u00e4n-<br \/>\ndert. Zum einen ist eine zunehmende Konkurrenz aus dem nicht-europ\u00e4ischen Ausland,<br \/>\nvor allem Asien und den USA, festzustellen. Au\u00dferdem gehen vormals wichtige Export-<br \/>\nm\u00e4rkte zunehmend verloren, was zum einen auf Schw\u00e4chen der jeweiligen Inlands-<br \/>\nm\u00e4rkte, vor allem aber auf eine zunehmende Bedienung dieser M\u00e4rkte durch einheimi-<br \/>\nsche Produktion zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Handelshemmnisse, wie beispielsweise die aktuelle<br \/>\nZollpolitik in den USA, belasten die Situation zus\u00e4tzlich. Flankiert werden diese Heraus-<br \/>\nforderungen durch eine generelle Schw\u00e4che des Industriesektors mit einer deutlichen<br \/>\nAbwanderungsbewegung der industriellen Produktion aus Europa. Auch die anhalten-<br \/>\nden strukturellen Schw\u00e4chen im Hauptanwendungsbereich Transport\/Automotive zei-<br \/>\ngen deutliche Auswirkungen.<\/p>\n<p>Die nun positivere Einsch\u00e4tzung der Marktsituation durch die beteiligten Unternehmen<br \/>\nscheint ein Indiz daf\u00fcr zu sein, dass sich mit der derzeitigen strukturellen Umstellung<br \/>\nauch zahlreiche neue Chancen zeigen, die Unternehmen auch in der Lage sind zu nut-<br \/>\nzen. F\u00fcr die Composites-Industrie neben dem Transportbereich wichtige Industrieberei-<br \/>\nche, wie beispielsweise Bau-\/Infrastruktur oder Elektro\/Elektronik, entwickeln sich der-<br \/>\nzeit nach Durchschreiten einer Talsohle wieder positiv und die derzeitigen Prognosen<br \/>\nbleiben optimistisch.<\/p>\n<p>ZUKUNFTSERWARTUNGEN GEPR\u00c4GT VON ZUVERSICHT<br \/>\nDieser Einsch\u00e4tzung folgend entwickelt sich der Index f\u00fcr die Erwartung an die zuk\u00fcnftige<br \/>\ngenerelle Gesch\u00e4ftslage positiv. Die entsprechenden Kennwerte zeigen f\u00fcr die drei erfassten<br \/>\nRegionen deutlich nach oben. Hier muss jedoch klar herausgestellt werden, dass<br \/>\nnur rund jeder vierte bis f\u00fcnfte der Befragten von einer Verbesserung ausgeht. Der nach wie<br \/>\nvor \u00fcberwiegende Teil geht von einer gleichbleibenden Gesch\u00e4ftslage aus.<br \/>\nAbbildung 3: Composites-Index \u2013 Bewertung zuk\u00fcnftige generelle Gesch\u00e4ftslage<\/p>\n<p>INVESTITIONSKLIMA HELLT SICH AUF<br \/>\nNachdem in der letzten Erhebung zu Beginn des Jahres ein deutliches Eintr\u00fcben der Investi-<br \/>\ntionsindikatoren feststellbar war, hellt sich das Bild in der aktuellen Erhebung deutlich auf. Es<br \/>\nzeigen sich sowohl hinsichtlich der Personalplanung als auch hinsichtlich der geplanten Ma-<br \/>\nschinen-\/Anlageninvestitionen positive Verschiebungen.<\/p>\n<p>So nimmt der Anteil der Befragten, die Maschineninvestitionen f\u00fcr wahrscheinlich halten oder<br \/>\nplanen, von 38 % (Befragung 1. HJ 2026) auf 56 % zu.<br \/>\nBei der Personalplanung zeigt sich ebenfalls ein positiver Trend. Der Anteil derjenigen, die den<br \/>\nAufbau von Personal planen, steigt von 18 % auf 26 %, gleichzeitig sinkt der Anteil derjenigen,<br \/>\ndie von einem Personalabbau ausgehen von 36 % auf 21 %.<br \/>\nInsgesamt geht etwa 1\/3 der Befragten davon aus, ihr Engagement im Composites-Bereich zu<br \/>\nerh\u00f6hen, wohingegen nur 5 % der Befragten von einem R\u00fcckgang des Engagements ausge-<br \/>\nhen.<\/p>\n<p>ERWARTUNGEN AN ANWENDUNGSINDUSTRIEN UNTERSCHIEDLICH<br \/>\nDer Composites-Markt ist durch eine starke Heterogenit\u00e4t sowohl material- als auch anwen-<br \/>\ndungsseitig gekennzeichnet. In der Befragung wurden die Teilnehmenden gebeten, ihre Ein-<br \/>\nsch\u00e4tzung hinsichtlich der Marktentwicklung unterschiedlicher Kernbereiche zu geben. Die Er-<br \/>\nwartungen zeigen sich \u00e4u\u00dferst verschieden.<\/p>\n<p>Der wichtigste Anwendungsbereich f\u00fcr Composites ist die Mobilit\u00e4t und hier speziell der Auto-<br \/>\nmobilbereich. Dieser Bereich befindet sich derzeit in starken Umbr\u00fcchen bzw. steckt in Europa<br \/>\nund Deutschland in einer massiven Krise. Dies zeigt sich auch in der Befragung deutlich.<br \/>\nWachstum wird vor allem in den Bereichen Luftfahrt, Bau-\/Infrastruktur sowie Elektro\/Elektrik<br \/>\nerwartet. Nach vier Jahren mit r\u00fcckl\u00e4ufigem Volumen erwarten die Experten vor allem f\u00fcr den<br \/>\nBaubereich in Deutschland eine Erholung: \u201eDie deutsche Bauwirtschaft steht vor einer Trend-<br \/>\nwende: Nach Jahren r\u00fcckl\u00e4ufiger Bauleistung d\u00fcrfte das Bauvolumen 2026 erstmals seit 2020<br \/>\nwieder wachsen. Laut der neuen Bauvolumenrechnung des Deutschen Instituts f\u00fcr Wirt-<br \/>\nschaftsforschung (DIW Berlin) d\u00fcrfte das Bauvolumen im laufenden Jahr um 1,7 Prozent<br \/>\nund 2027 um 3,4 Prozent zunehmen.\u201c1<\/p>\n<p>WACHSTUMSTREIBER MIT LEICHTEN BEWEGUNGEN<br \/>\nBei den Wachstumsimpulsen zeigt sich in der aktuellen Befragung erneut leichte Bewegung.<br \/>\nHinsichtlich ihrer Einsch\u00e4tzung, aus welchen Bereichen zuk\u00fcnftig die ma\u00dfgeblichen Wachs-<br \/>\ntumsimpulse f\u00fcr die Composites-Industrie kommen werden, gewinnen CFK und GFK als Ma-<br \/>\nterialsysteme an Einfluss, zugunsten eines material\u00fcbergreifenden Effektes.<br \/>\nRegional kommt es zu nur leichten Verschiebungen. Die wesentlichen Wachstumsimpulse<br \/>\nwerden weiterhin aus Asien und der EU erwartet. Deutschland und Nordamerika als Wachs-<br \/>\ntumstreiber bleiben auf niedrigem Niveau nahezu gleich.<\/p>\n<p>COMPOSITES-INDEX MIT POSITIVER TENDENZ<br \/>\nNach einer negativen Tendenz im Rahmen der letzten Befragung, dreht der Composites-<br \/>\nIndex aktuell in allen Bereichen ins Positive.<br \/>\nComposites verf\u00fcgen generell \u00fcber ein exzellentes Eigenschaftsniveau, was f\u00fcr deren<br \/>\nzunehmende Verwendung in zahlreichen Anwendungssegmenten spricht. Leichtbaum\u00f6-<br \/>\nglichkeiten, Korrosionsbest\u00e4ndigkeit, Designfreiheit und hervorragende Werte in Bezug<br \/>\nauf Nachhaltigkeit sind nur einige Beispiele, die f\u00fcr ihren Einsatz sprechen. Derzeit ist<br \/>\nvor allem in Deutschland, aber auch Europa in weiten Teilen eine negative wirtschaftliche<br \/>\nund vor allem industrielle Entwicklung feststellbar. Betroffen ist hier vor allem das verar-<br \/>\nbeitende Gewerbe. Mit einer hohen Abh\u00e4ngigkeit von der gesamtwirtschaftlichen Ent-<br \/>\nwicklung ist auch der Composites-Bereich ma\u00dfgeblich betroffen.<\/p>\n<p>Die Produktion von Composites in Europa ist weiterhin r\u00fcckl\u00e4ufig. Vielfach ist aber fest-<br \/>\nstellbar, dass die Nachfrage nach den Materialien nicht in gleichem Ma\u00dfe von R\u00fcckg\u00e4n-<br \/>\ngen betroffen ist. Hier ist eine deutliche Abwanderung der Produktion feststellbar und die<br \/>\nNachfrage wird zunehmend nicht aus Deutschland\/Europa, sondern aus dem nicht-eu-<br \/>\nrop\u00e4ischen Ausland gedeckt.<\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, ob es gelingen wird, eine generelle Trendumkehr zu erreichen.<br \/>\nChacen werden hier vielfach in der Umstellung der Produktion von preissensitiven Com-<br \/>\nmodities hin zu Spezialit\u00e4ten und innovativen Materialien und Produkten gesehen. Ein<br \/>\nPreiswettbewerb scheint derzeit gegen\u00fcber der au\u00dfereurop\u00e4ischen Konkurrenz nicht zu<br \/>\ngewinnen zu sein. Dementsprechend m\u00fcssen existierende Gesch\u00e4ftsmodelle teils radi-<br \/>\nkal \u00fcberdacht werden.<\/p>\n<p>Politisch werden derzeit zahlreiche Ma\u00dfnahmen zur St\u00e4rkung der deutschen\/europ\u00e4i-<br \/>\nschen Wirtschaft unternommen. (Finanzierungs-)Ideen und Vorhaben m\u00fcssen dann<br \/>\naber auch in die Umsetzung kommen. Vor allem der Bau-\/Infrastrukturbereich k\u00f6nnte<br \/>\nma\u00dfgebliche Impulse durch das deutsche Wachstumspaket erhalten. Nur gemeinsam<br \/>\nwird es m\u00f6glich sein, den Wirtschafts-\/Industriestandort Deutschland zu erhalten und<br \/>\nerneut zu st\u00e4rken. F\u00fcr Composites als Materialgruppe generell zeigen sich, aufgrund<br \/>\ndes speziellen Eigenschaftsportfolios, nach wie vor sehr gute Chancen zum Ausbau der<br \/>\nMarktposition in neuen, aber auch bestehenden M\u00e4rkten.<\/p>\n<p>Es gilt nun \u00fcber Innovationen neue Marktfelder zu erschlie\u00dfen, Chancen konsequent zu<br \/>\nnutzen und gemeinsam daran zu arbeiten, Composites weiter in bestehenden M\u00e4rkten<br \/>\nzu implementieren. Dies kann gemeinsam oftmals besser gelingen als allein. Composi-<br \/>\ntes Germany bietet mit seinem hervorragenden Netzwerk vielf\u00e4ltige M\u00f6glichkeiten.<br \/>\nDie n\u00e4chste Composites-Markterhebung erscheint im Januar 2027.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum 27. Mal hat Composites Germany aktuelle Kennzahlen zum Markt f\u00fcr faserverst\u00e4rkte Kunststoffe erhoben. 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