{"id":44324,"date":"2026-09-22T07:18:44","date_gmt":"2026-09-22T05:18:44","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=44324"},"modified":"2026-09-10T10:19:51","modified_gmt":"2026-09-10T08:19:51","slug":"neue-spielregeln-fuer-gruene-umweltaussagen-was-unternehmen-ab-september-2026-noch-kommunizieren-duerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=44324","title":{"rendered":"Neue Spielregeln f\u00fcr gr\u00fcne Umweltaussagen: Was Unternehmen ab September 2026 noch kommunizieren d\u00fcrfen"},"content":{"rendered":"<p>Ab dem 27. September 2026 gelten versch\u00e4rfte Regeln f\u00fcr gr\u00fcne Umweltaussagen. Viele bisher \u00fcbliche Nachhaltigkeitsclaims wie \u201enachhaltig\u201c, \u201eumweltfreundlich\u201c oder \u201eklimaneutral\u201c werden weitgehend unzul\u00e4ssig. Das SKZ zeigt, welche Aussagen k\u00fcnftig erlaubt sind, und unterst\u00fctzt Unternehmen bei glaubw\u00fcrdiger Nachhaltigkeitskommunikation.<\/p>\n<h3>\u201eGesetz gegen den unlauteren Wettbewerb\u201c (UWG) versch\u00e4rft<\/h3>\n<p>Ab dem 27. September 2026 treten in Deutschland neue gesetzliche Vorgaben f\u00fcr Umweltaussagen in Kraft. Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie \u201eEmpowering Consumers for the Green Transition\u201c (EmpCo) im \u201eGesetz gegen den unlauteren Wettbewerb\u201c (UWG) versch\u00e4rft der Gesetzgeber die Anforderungen an sogenannte Green Claims deutlich. Ziel ist es, Greenwashing einzud\u00e4mmen und Verbraucherinnen und Verbrauchern verl\u00e4ssliche, nachvollziehbare Informationen f\u00fcr nachhaltige Kaufentscheidungen bereitzustellen.<\/p>\n<p><strong>Allgemeine Umweltaussagen k\u00fcnftig nur noch eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich<\/strong><br \/>\nF\u00fcr Unternehmen der Kunststoffbranche, aber auch f\u00fcr zahlreiche andere Industriezweige bedeutet dies einen grundlegenden Wandel in der Kommunikation. Viele bislang gel\u00e4ufige Aussagen wie \u201enachhaltig\u201c, \u201eumweltfreundlich\u201c, \u201egr\u00fcn\u201c oder \u201eklimaschonend\u201c sind k\u00fcnftig nur noch stark eingeschr\u00e4nkt m\u00f6glich. Diese als \u201eallgemein\u201c bezeichneten Umweltaussagen gelten meist als nicht ausreichend belastbar, sofern sie nicht durch entsprechende Zertifikate oder G\u00fctezeichen gest\u00fctzt werden.<\/p>\n<p>Spezifische Aussagen wie \u201eDie Verpackung dieses Produkts besteht zu 25 % aus Rezyklat\u201c bleiben auch ohne Zertifikat erlaubt, solange klar kommuniziert wird, welcher Umweltaspekt betroffen ist, auf welchen Abschnitt des Produktlebenszyklus sich die Aussage bezieht und worauf die behauptete Verbesserung konkret zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Unspezifische Aussagen wie \u201eBis zu 25 % Rezyklatgehalt\u201c landen ebenso auf der \u201eSchwarzen Liste\u201c grunds\u00e4tzlich unzul\u00e4ssiger Gesch\u00e4ftspraktiken wie irref\u00fchrende Aussagen zu Haltbarkeit oder Reparierbarkeit.<\/p>\n<p><strong>Klimaneutralit\u00e4tsversprechen und zuk\u00fcnftige Umweltziele geraten besonders unter Druck<\/strong><br \/>\nBesonders weitreichend sind die Einschr\u00e4nkungen bei Aussagen zur Klimaneutralit\u00e4t. Werbeaussagen wie \u201eklimaneutral\u201c, \u201eklimapositiv\u201c oder \u00e4hnliche Formulierungen, die auf CO\u2082-Kompensationsma\u00dfnahmen beruhen, werden k\u00fcnftig weitgehend untersagt. Unternehmen m\u00fcssen stattdessen tats\u00e4chliche und nachweisbare Emissionsminderungen in den Vordergrund stellen. Klimaneutrale Produkte d\u00fcrfen zuk\u00fcnftig nur dann als solche bezeichnet werden, wenn CO\u2082 direkt im Produkt gespeichert wird, was in der Praxis den Einsatz nachwachsender Rohstoffe sowie die Erf\u00fcllung weiterer Kriterien voraussetzt.<\/p>\n<p>Auch Aussagen \u00fcber zuk\u00fcnftige Umweltleistungen, beispielsweise angestrebte Recyclingquoten oder Treibhausgasreduktionsziele, unterliegen k\u00fcnftig strengen Anforderungen. Hier fordert die EmpCo, dass die Ziele auf klaren, objektiven und \u00fcberpr\u00fcfbaren Ma\u00dfnahmen beruhen, in einem detaillierten und realistischen Umsetzungsplan festgehalten werden und regelm\u00e4\u00dfig von unabh\u00e4ngigen Experten \u00fcberpr\u00fcft werden. Nicht nur der Plan, sondern auch die Ergebnisse der Fortschritts\u00fcberpr\u00fcfung m\u00fcssen dabei den Verbrauchern zug\u00e4nglich gemacht werden. Hier unterst\u00fctzt das SKZ zum einen bei der Erstellung eines geeigneten Ma\u00dfnahmenplans zur Treibhausgasreduktion f\u00fcr die Science Based Targets initiative (SBTi) und kann zum anderen als unabh\u00e4ngige Kontrollinstanz die Fortschritts\u00fcberwachung von Recyclingzielen durchf\u00fchren.<\/p>\n<p><strong>Unternehmen sollten ihre Kommunikation jetzt \u00fcberpr\u00fcfen<\/strong><br \/>\nF\u00fcr viele Unternehmen entsteht durch die Neuerungen im UWG akuter Handlungsbedarf. Webseiten, Produktdatenbl\u00e4tter, Verpackungen, Brosch\u00fcren, Vertriebsunterlagen und Social-Media-Inhalte sollten rechtzeitig \u00fcberpr\u00fcft werden. Anders als bei vielen regulatorischen \u00c4nderungen sieht das Gesetz keine Abverkaufsfrist f\u00fcr bestehende Kennzeichnungen vor. Das bedeutet, dass ab 27. September 2026 das Inverkehrbringen auch bereits im Voraus produzierter Verpackungen mit unzul\u00e4ssigen Umweltaussagen verboten ist. Verbraucherverb\u00e4nde und Wettbewerber k\u00f6nnen zum Stichtag gegen unzul\u00e4ssige Umweltaussagen rechtlich vorgehen.<\/p>\n<p>\u201eWas aus Verbraucherperspektive ein gro\u00dfer Gewinn an Transparenz ist, ist f\u00fcr Unternehmen eine nicht zu untersch\u00e4tzende Herausforderung. Gleichzeitig ergibt sich dabei auch eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr Produkte mit echten Umweltvorteilen: Denn wer seine Aussagen mit Fakten untermauern kann, reduziert nicht nur rechtliche Risiken, sondern schafft gleichzeitig Vertrauen bei Kunden und Gesch\u00e4ftspartnern\u201c, erkl\u00e4rt Philipp Wohlfahrt, Scientist im Bereich Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft am SKZ.<\/p>\n<p>Damit Unternehmen die Chancen nachhaltiger Produkte auch unter den neuen Rahmenbedingungen erfolgreich nutzen k\u00f6nnen, unterst\u00fctzt das SKZ bei der Entwicklung einer glaubw\u00fcrdigen Nachhaltigkeitskommunikation. Das Angebot reicht von der Bewertung bestehender Claims \u00fcber die Entwicklung belastbarer Umweltaussagen bis hin zur Erstellung fundierter Umweltbilanzen. Dar\u00fcber hinaus beraten die Expertinnen und Experten zu geeigneten Zertifizierungen und begleiten Unternehmen bei der Datenerhebung, Nachweisf\u00fchrung und Ma\u00dfnahmenplangestaltung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab dem 27. September 2026 gelten versch\u00e4rfte Regeln f\u00fcr gr\u00fcne Umweltaussagen. 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