{"id":44633,"date":"2026-10-29T06:40:26","date_gmt":"2026-10-29T05:40:26","guid":{"rendered":"https:\/\/plas.tv\/?p=44633"},"modified":"2026-10-22T10:43:31","modified_gmt":"2026-10-22T08:43:31","slug":"kreislaufwirtschaft-scheitert-selten-an-der-idee-sondern-an-daten-logistik-und-der-bereitschaft-zur-veraenderung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=44633","title":{"rendered":"Kreislaufwirtschaft scheitert selten an der Idee \u2013 sondern an Daten, Logistik und der Bereitschaft zur Ver\u00e4nderung"},"content":{"rendered":"<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-content\">\n<p><b>Wie gelingt der Schritt von der linearen zur zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung? Dr. Markus Hiebel und Jan-Philip Kopka, Leiter des Research Departments \u00bbCircular Logistics and Sustainability\u00ab im Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE, erl\u00e4utern, warum Nachhaltigkeitsbewertungen, intelligente Logistik, K\u00fcnstliche Intelligenz und belastbare Daten zu den entscheidenden Erfolgsfaktoren der Circular Economy geh\u00f6ren.<\/b><\/p>\n<\/div>\n<div class=\"pressArticleParsys parsys\">\n<div class=\"fhg-content-article fhg-grid section\">\n<article>\n<div class=\"row\">\n<div class=\"fhg-grid-item fhg-grid-3-2-1 fhg-inline-image\">\n<div class=\"fhg-content fhg-richtext\">\n<h4>Die Gespr\u00e4chspartner<\/h4>\n<p>Dr. Markus Hiebel und Jan-Philip Kopka leiten gemeinsam das Research Department \u00bbCircular Logistics and Sustainability\u00ab am Fraunhofer CCPE. Dr. Hiebel ist zudem Abteilungsleiter Sustainability Management and Participation am Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT und Experte f\u00fcr Nachhaltigkeitsbewertung und Circular Economy. Jan-Philip Kopka ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am\u00a0Fraunhofer-Institut f\u00fcr Materialfluss und Logistik IML und besch\u00e4ftigt sich mit Circular Logistics, digitalen Informationsfl\u00fcssen und zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfungsnetzwerken. Gemeinsam unterst\u00fctzen sie Unternehmen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxistaugliche L\u00f6sungen f\u00fcr die Kreislaufwirtschaft zu \u00fcberf\u00fchren.<\/p>\n<h4>Herr Dr. Hiebel, Herr Kopka, Circular Economy ist inzwischen in nahezu jeder Unternehmensstrategie angekommen. Wird aus dem Trend jetzt endlich Realit\u00e4t?<\/h4>\n<p><b>Dr. Markus Hiebel:<\/b> Der Druck hat sich deutlich erh\u00f6ht \u2013 durch neue regulatorische Anforderungen wie der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) oder Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR), steigende Rohstoffpreise, siehe \u00d6l- und Gaspreise, und den Wunsch nach resilienten Lieferketten. Gleichzeitig stellen wir fest, dass viele Unternehmen zwar ambitionierte Ziele formulieren, aber noch nach den richtigen Hebeln suchen.<\/p>\n<p><b>Jan-Philip Kopka:<\/b> Kreislaufwirtschaft bedeutet eben weit mehr als Recycling. Sie beginnt bereits beim Produktdesign und umfasst den gesamten Lebenszyklus \u2013 von der Materialauswahl \u00fcber Nutzung und R\u00fcckf\u00fchrung bis hin zur Wiederverwendung. Daf\u00fcr m\u00fcssen Produkte, Daten und Logistik gemeinsam gedacht werden.<\/p>\n<h4>Das Fraunhofer CCPE sieht K\u00fcnstliche Intelligenz als Schl\u00fcssel f\u00fcr die Circular Plastics Economy. Ist KI tats\u00e4chlich der Gamechanger?<\/h4>\n<p><b>Jan-Philip Kopka:<\/b>\u00a0KI kann die Kreislaufwirtschaft erheblich beschleunigen. Sie hilft dabei, gro\u00dfe Datenmengen aus Digitalen Produktp\u00e4ssen, Materialdatenbanken oder Logistikprozessen auszuwerten und daraus bessere Entscheidungen abzuleiten \u2013 beispielsweise bei der Sortierung, R\u00fcckf\u00fchrung oder Wiederverwendung von Produkten.<\/p>\n<p><b>Dr. Markus Hiebel:<\/b>\u00a0Gleichzeitig gilt: KI funktioniert nur mit qualitativ hochwertigen Daten. Deshalb brauchen wir standardisierte Datenstrukturen und transparente Informationen \u00fcber den gesamten Produktlebenszyklus. Erst dann kann KI ihr Potenzial wirklich entfalten. Genau darauf weisen wir auch in unserem Positionspapier \u00bb<a href=\"https:\/\/www.ccpe.fraunhofer.de\/de\/kompetenzen\/circular-logistics-and-sustainability\/positionspapier-kuenstliche-intelligenz.html\">K\u00fcnstliche Intelligenz als Schl\u00fcssel zur Circular Plastics Economy bis 2030<\/a>\u00ab hin.<\/p>\n<h4>Viele Unternehmen werben mit Nachhaltigkeit. Gleichzeitig zeigen Studien, dass sich Recyclingverfahren oft nur schwer objektiv vergleichen lassen. Warum?<\/h4>\n<p><b>Dr. Markus Hiebel:\u00a0<\/b>Weil unterschiedliche Bewertungsmethoden h\u00e4ufig zu unterschiedlichen Ergebnissen f\u00fchren. Unterschiede bei Systemgrenzen oder Datengrundlagen k\u00f6nnen die Aussage einer \u00d6kobilanz ver\u00e4ndern. Deshalb brauchen wir harmonisierte und wissenschaftlich fundierte Methoden.<\/p>\n<p>Unser Positionspapier \u00bb<a href=\"https:\/\/www.ccpe.fraunhofer.de\/de\/kompetenzen\/circular-logistics-and-sustainability\/positionspapier-zur-oekobilanzierung-des-kunststoffrecyclings.html\">Challenges and Requirements in Comparative Life Cycle Assessment of Plastics Recycling<\/a>\u00ab macht deutlich, wie wichtig Transparenz und Vergleichbarkeit f\u00fcr belastbare Entscheidungen sind.<\/p>\n<p><b>Jan-Philip Kopka:<\/b>\u00a0Nur wenn Unternehmen wissen, welche Ma\u00dfnahmen tats\u00e4chlich \u00f6kologische und wirtschaftliche Vorteile bringen, k\u00f6nnen sie zielgerichtet investieren. Assessment ist deshalb kein Selbstzweck, sondern die Grundlage erfolgreicher Transformation.<\/p>\n<h4>Welche Rolle spielt Circular Logistics dabei?<\/h4>\n<p><b>Jan-Philip Kopka:\u00a0<\/b>Eine entscheidende. Ohne funktionierende R\u00fccknahmesysteme, transparente Stoffstr\u00f6me und digitale Informationsfl\u00fcsse bleiben Materialien im linearen Wirtschaftssystem. Circular Logistics schafft die Verbindung zwischen Produkt, Daten und Materialkreislauf.<\/p>\n<p><b>Dr. Markus Hiebel:\u00a0<\/b>Deshalb verbinden wir im Fraunhofer CCPE Nachhaltigkeitsbewertungen mit Logistikl\u00f6sungen. Nur wenn wir wissen, welche L\u00f6sung \u00f6kologische und \u00f6konomische Vorteile bietet und gleichzeitig ihre Umsetzung erm\u00f6glichen, entsteht tats\u00e4chlich eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.<\/p>\n<h4>Viele Unternehmen sehen Nachhaltigkeit noch immer vor allem als Kostenfaktor. Was entgegnen Sie?<\/h4>\n<p><b>Dr. Markus Hiebel:\u00a0<\/b>Nachhaltigkeit ist l\u00e4ngst ein Wettbewerbsfaktor. Unternehmen, die ihre Materialien im Kreislauf f\u00fchren, reduzieren langfristig ihre Abh\u00e4ngigkeit von Prim\u00e4rrohstoffen und k\u00f6nnen regulatorische Anforderungen deutlich besser erf\u00fcllen.<\/p>\n<p><b>Jan-Philip Kopka:<\/b>\u00a0Gleichzeitig entstehen v\u00f6llig neue Gesch\u00e4ftsmodelle \u2013 beispielsweise rund um Wiederverwendung, Remanufacturing oder digitale Services. Wer fr\u00fch beginnt, verschafft sich einen Vorsprung.<\/p>\n<h4>Wo steht die Circular Economy aus Ihrer Sicht im Jahr 2030?<\/h4>\n<p><b>Jan-Philip Kopka:<\/b>\u00a0Sie wird wesentlich datengetriebener sein. Digitale Produktp\u00e4sse, KI und intelligente Informationssysteme werden selbstverst\u00e4ndlich sein und Kreisl\u00e4ufe deutlich effizienter machen.<\/p>\n<p><b>Dr. Markus Hiebel:<\/b>\u00a0Gleichzeitig werden Nachhaltigkeitsbewertungen st\u00e4rker standardisiert und international vergleichbar sein. Unser Ziel ist es, Unternehmen dabei wissenschaftlich zu begleiten \u2013 mit belastbaren Bewertungsmethoden, innovativen Logistikl\u00f6sungen und einem ganzheitlichen Blick auf die Circular Economy.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/article>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie gelingt der Schritt von der linearen zur zirkul\u00e4ren Wertsch\u00f6pfung? 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