{"id":7310,"date":"2018-06-12T11:10:28","date_gmt":"2018-06-12T09:10:28","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=7310"},"modified":"2018-06-12T11:10:28","modified_gmt":"2018-06-12T09:10:28","slug":"12-kunststoff-diahrlog-bei-akro-plastic","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=7310","title":{"rendered":"12. KUNSTSTOFF-DIA(hr)LOG bei AKRO-PLASTIC"},"content":{"rendered":"<p>Materialentwicklung im digitalen Zeitalter<\/p>\n<p>Die AKRO-PLASTIC GmbH, Spezialist f\u00fcr innovative und anwendungsorientierte Kunststoffcompounds, lud am 15. und 16. Mai 2018 zum zw\u00f6lften KUNSTSTOFF-DIA<em>(hr)<\/em>LOG\u00ae ins rheinland-pf\u00e4lzische Niederzissen. Unter dem Motto \u201eMaterialentwicklung im digitalen Zeitalter\u201c begr\u00fc\u00dfte das Unternehmen in diesem Jahr 131 G\u00e4ste aus 13 Nationen in seinem Werk.<\/p>\n<p>Leander Bergmann, Leiter Marketing bei AKRO-PLASTIC und Moderator der Veranstaltung zeigte nach seiner Begr\u00fc\u00dfung anschaulich die Entwicklung der Firma in den letzten Jahren auf. Das Unternehmen hat vier Produktionsstandorte weltweit. In Niederzissen betreibt die AKRO-PLASTIC zwei Standorte, denn die Produktion von Masterbatches erfolgt in der Zweigniederlassung AF-COLOR. Der Compoundeur hat zudem eine Fertigung in China ebenso wie in Brasilien und somit eine weltweite Fertigungskapazit\u00e4t von mehr als 180.000 Tonnen\/Jahr mit identischer Fertigungstechnologie. Diese wurde gemeinsam mit der Schwesterfirma FEDDEM GmbH &amp; Co. KG, Sinzig, entwickelt und ist unter dem Namen ICX-Technology seit 1,5 Jahren am Markt. Herr Bergmann gab au\u00dferdem einen Ausblick auf die in 2018 geplanten Investitionen:<\/p>\n<p>Im dritten Quartal 2018 wird die erste LFT-Produktionslinie am Standort Niederzissen in Betrieb genommen. Ebenfalls in diesem Zeitraum wird im Werk in Brasilien eine zweite Compoundierlinie die Produktion aufnehmen. In der zweiten Jahresh\u00e4lfte plant der Compoundeur zudem, f\u00fcr das Produktportfolio seiner Zweigniederlassung BIO-FED eine dritte Produktionslinie in Betrieb zu nehmen. Zum Jahreswechsel 2018\/19 ist zudem eine Expansion der Produktion in China geplant.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem informierte Herr Bergmann die Teilnehmenden auch \u00fcber die zu Jahresbeginn eingegangene Kooperation mit der polnischen Grupa Azoty Compounding (GAC) f\u00fcr den Aufbau eines Compoundierwerks im polnischen Tarnow. \u201eEs handelt sich hierbei um einen Know-how und Consulting-Vertrag, bei dem die AKRO-PLASTIC der GAC mit Rat und Tat bis zur laufenden Produktion zur Seite steht\u201c, erkl\u00e4rte Bergmann.<\/p>\n<p>Im Anschluss begannen die interessanten und zu angeregten Diskussionen einladenden Vortr\u00e4ge. Dr. Volker Gorzelitz von der M.TEC Ingenieurgesellschaft f\u00fcr kunststofftechnische Produktentwicklung mbH zeigte bei seinem Vortrag \u201eOptimierung am digitalen Zwilling\u201c anschaulich den Stand der Technik zur Bauteilentwicklung mit digitaler Unterst\u00fctzung auf. \u201eBauteilentwicklung ist nun kein Zufall mehr, alle Parameter, die Einfluss auf das sp\u00e4tere Bauteil nehmen werden in diesem Verfahren definiert, sodass eine automatische Abarbeitung m\u00f6glich wird. Die einzelnen Parameter k\u00f6nnen wie an einem Mischpult innerhalb der definierten Grenzen bewegt werden und das Ergebnis ist sofort auf dem Bildschirm sichtbar und bereits kleinste Variationen haben eine gro\u00dfe Auswirkung\u201c, erl\u00e4uterte Dr. Gorzelitz. Er zeigte zudem auf, dass dieser Prozess auch auf die Materialentwicklung \u00fcbertragen werden kann.<\/p>\n<p>Martin Wolter von Kostal Kontakt Systeme GmbH zeigt im Anschluss mit seinem Vortrag \u00fcber Hochvolt-Steckverbinder ein praxisnahes Beispiel, bei dem bereits mit digitaler Unterst\u00fctzung gearbeitet wurde. Er erl\u00e4uterte ausf\u00fchrlich die steigenden Anforderungen an den Kunststoff im wachsenden Markt der Hochvolt-Steckverbinder. \u201eDie Zukunft fordert von uns immer kleinere und leistungsf\u00e4hige Bauteile, deren Nachfrage besonders aus dem Ausland stetig steigen wird\u201c, so Wolter.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend informierten Thilo Stier, Leiter Innovation und Vertrieb bei AKRO-PLASTIC sowie sein Kollege Cyprian\u00a0Golebiewski, Leiter Anwendungstechnik in ihrem Vortrag \u00fcber AKROMID\u00ae LGF und AKROMID\u00ae PST sowie die Weiterentwicklung bestehender Produktreihen im Hause AKRO-PLASTIC. Herr Stier erl\u00e4uterte ausf\u00fchrlich die bereits in der Einleitung von Herrn Bergmann erw\u00e4hnte LFT-Linie und die Vorteile der knetblockfreien Technologie, die zu einer sehr guten Qualit\u00e4t des Granulats f\u00fchren. Er erl\u00e4uterte dabei auch die unterschiedlichen Modifikationsm\u00f6glichkeiten des Langglasfaser-Compounds, die eine Gewichtsreduktion von bis zu 15 % im Gegensatz zu herk\u00f6mmlichen Kurzfaser-Compounds erzielen k\u00f6nnen, ohne den mechanischen Eigenschaften zu schaden. Wichtig war es Stier jedoch zu betonen, dass LGF-Compounds keine einfache Drop-In-L\u00f6sung sind, sondern das Bauteil auch auf Langglasfasern ausgelegt sein m\u00fcsse.<\/p>\n<p>Stier gab im Anschluss auch noch einen Ausblick zum Thema Additive Manufacturing und die \u00dcberlegungen hierzu von Seiten AKRO-PLASTIC auf Basis des neuen vom IKV entwickelten MDM-Verfahren (Melt Deposition Modeling), bei dem h\u00f6herverst\u00e4rkte, granulatbasierte Materialien zu Einsatz kommen. Diese sind preislich im Vergleich zu pigment- oder filamentbasierten Systemen nicht nur deutlich attraktiver, sondern machen auch den Prozess um bis zu 20-mal schneller als<\/p>\n<p>Filamentsysteme, da die von AKRO verwendeten Carbonfasern eine sehr hohe Abk\u00fchlgeschwindigkeit aufweisen.<\/p>\n<p>Mit seinem Vortrag zum Status Quo der Plasmabeschichtung schlug Herr Golebiewski eine Br\u00fccke zur im Anschluss stattfindenden Praxisdemonstration an der Plasma-SealTight\u00ae-Pilotanlage im Technikum. Er erl\u00e4uterte dabei die Entwicklungspartnerschaft bzgl. einer optimalen Materialentwicklung f\u00fcr diesen Prozess zwischen AKRO-PLASTIC und der Fa. Plasmatreat. Er zeigte auch auf, wo der Verbund von Metall und Kunststoff optimal eingesetzt werden kann: bei tragf\u00e4higen Strukturbauteilen sowie \u00fcberall, wo es auf Dichtigkeit ankommt, wie beispielsweise Konnektoren, und gab einen \u00dcberblick \u00fcber zahlreiche bereits gefahrene Versuche mit unterschiedlichen Metalltypen.<\/p>\n<p>Danach hatten die Teilnehmer die Gelegenheit den optimierten Plasma SealTight Prozess vor Ort im AKRO Competence Center in Aktion zu sehen.<\/p>\n<p>Am zweiten Tag er\u00f6ffnete Dr. Oliver Neu\u00df, Bereichsleiter F &amp; E im Hause AKRO-PLASTIC die Veranstaltung mit der Frage \u201eWo ist die Grenze zwischen PA 6 und PA 6.6?\u201c und erl\u00e4uterte, wieso das PA 6.6 so knapp und teuer ist und welche M\u00f6glichkeiten es gibt, dieses Material zu ersetzen. \u201eWichtig ist zun\u00e4chst herauszufinden, warum aktuell f\u00fcr bestimmte Anwendungen PA 6.6 eingesetzt wird\u201c, so Dr. Neu\u00df. Oftmals hat er festgestellt, dass dieser Werkstoff einfach \u201eschon immer\u201c eingesetzt wurde und aufgrund der guten Erfahrungen bisher keine \u00dcberlegungen angestellt wurden, dies zu ver\u00e4ndern. Er zeigte anschaulich auf, wie anhand verschiedener Entwicklungsrichtungen ein PA 6 modifiziert werden kann, um bestimmte vergleichbare Eigenschaften eines PA 6.6 zu erhalten und regte damit die Zuh\u00f6rer an, \u00fcber einen Materialwechsel nachzudenken.<\/p>\n<p>Herr Maiko Ersch vom IKV (Institut f\u00fcr Kunststoffverarbeitung an der RWTH Aachen) widmete sich im Anschluss wieder st\u00e4rker in seinem Vortrag \u201eStruktursimulation von spritzgegossenem LFT\u201c der Digitalisierung und beschrieb die Herausforderung Faserorientierung und -kr\u00fcmmung in der Computersimulation. Wichtig ist hier zu wissen, dass die L\u00e4nge der Fasern die mechanischen Eigenschaften beeinflusst. Herr Ersch erl\u00e4uterte in seinem Vortrag verschiedene Messmethoden und Simulationsmodelle. Dabei machte er deutlich, dass die Forschung in Bezug auf den Einfluss der Faserkr\u00fcmmung auf die mechanischen Eigenschaften bisher noch am Anfang steht und weiter erforscht werden muss. Neue Ans\u00e4tze und Konzepte m\u00fcssen dabei Ber\u00fccksichtigung finden.<\/p>\n<p>\u00dcber die digitale Transformation in der Kunststoffverarbeitung und deren Auswirkungen in der Praxis referierte Christian Staudigel vom Kunststoffzentrum SKZ. Industrie 4.0 ist in aller Munde und auch im Kunststoff-Spritzguss hat die Smart-Factory Einzug gehalten. Ein Trend geht weg von der Massenproduktion hin zur Massen-Individualisierung. Hierf\u00fcr zeigte er zahlreiche Beispiele aus der Industrie auf. Das Thema Additive Manufacturing spielt hierbei eine entscheidende Rolle, da sie Design und Fertigung entkoppelt und besonders im Konsumg\u00fctermarkt zu einer neuen Kundenbeziehung f\u00fchrt. Industrie 4.0 ist eine Form der Digitalisierung, die sowohl unser privates als auch berufliches Umfeld zunehmend bestimmt. \u201eProzess und Gesch\u00e4ftsmodelle werden sich ver\u00e4ndern, doch am wichtigsten ist es, dass Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen\u201c, so Staudigel.<\/p>\n<p>\u201eR\u00fcckrufe, Gew\u00e4hrleistung und Schadensersatz\u201c sind Themen, die leider immer mal wieder aufkommen, aber durch unvollst\u00e4ndiges Wissen zu viel Unsicherheit in der Zulieferkette f\u00fchren. Die Rechtsanw\u00e4lte Axel L\u00f6hde und Torge Rademacher von der Soziet\u00e4t Watson Farley &amp; Williams gaben hierzu abschlie\u00dfend einen \u00dcberblick \u00fcber die rechtlichen Grundlagen. Heutzutage kommen immer neue Fahrzeugmodelle in immer k\u00fcrzerer Zeit auf den Markt. Dies bedeutet somit auch eine immer k\u00fcrzere Zeit f\u00fcr die Entwicklung dieser Modelle und somit auch einen deutlichen Anstieg von R\u00fcckrufaktionen. W\u00e4hrend es 1995 noch 5.452 Fahrzeuge waren, sind es 2016 schon 4,2 Mio mit einem durchschnittlichen Schadenswert von 12,4 Mio. Euro. Herr L\u00f6de zeigte hierbei auch die unterschiedlichen Arten von R\u00fcckrufen auf, bei denen lediglich in dem Fall, das Personensch\u00e4den auftreten k\u00f6nnten, eine gesetzliche Verpflichtung zu einem R\u00fcckruf besteht. OEMs m\u00f6chten die Risiken gern auf ihre Zulieferer \u00fcbertragen und versuchen daher im Vertragswerk alle m\u00f6glichen Klauseln einzubauen, um dies zu erreichen. Dass aber nicht alles wirksam ist und man durch das deutsche AGB-Recht zur\u00fcck in die gesetzliche Haftung gelangt, erl\u00e4uterten die Anw\u00e4lte ausf\u00fchrlich.<\/p>\n<p>Das Thema \u201eMaterialentwicklung im digitalen Zeitalter\u201c wurde durch ein breites Spektrum an Einzelthemen, die zum Teil nicht mittelbar aber dennoch in der Folge mit dem Thema Digitalisierung zu tun hatten, beleuchtet. \u201eWir wollten dem Anspruch gerecht werden, dass alle Teilnehmenden, die in unterschiedlichen Funktionen und Firmen t\u00e4tig sind, einzelne Idee und Denkanst\u00f6\u00dfe mitnehmen konnten\u201c, so Leander Bergmann. Das war den Organisatoren wohl gelungen, denn am Ende bedankten sich die G\u00e4ste mit einer handgeschriebenen Danksagung.<\/p>\n<p>Quelle: AKRO-PLASTIC GmbH<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die AKRO-PLASTIC GmbH, Spezialist f\u00fcr innovative und anwendungsorientierte Kunststoffcompounds, lud am 15. und 16. 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