{"id":7652,"date":"2018-06-27T12:47:26","date_gmt":"2018-06-27T10:47:26","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=7652"},"modified":"2018-06-27T12:47:26","modified_gmt":"2018-06-27T10:47:26","slug":"chemie-sieht-alternativen-zum-erdoel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=7652","title":{"rendered":"Chemie sieht Alternativen zum Erd\u00f6l"},"content":{"rendered":"<p>Rohstoffgipfel 2018 zeigt Potenzial von nicht-fossilen Ressourcen auf<\/p>\n<p>Einsatz von Pflanzen und CO2 gewinnt an Bedeutung \/ Internationale Start-ups zu &#8220;Resource Innovators 2018&#8221; gek\u00fcrt<\/p>\n<p>Nachhaltige Rohstoffe aus Pflanzen und CO2 kommen f\u00fcr die Herstellung von chemischen Produkten zunehmend als Alternative zu Erd\u00f6l in Frage. Unternehmen und Investoren sowie Wissenschaft und Politik sehen hier vielversprechende Perspektiven. Dies ist das Fazit des Rohstoffgipfels 2018, der am 25.Juni an der Technischen Universit\u00e4t Berlin unter Schirmherrschaft des Bundesforschungsministeriums stattfand. Die Teilnehmer riefen dazu auf, Entwicklung und Einsatz nicht-fossiler Ressourcen weiter voranzutreiben, um die Chemie nachhaltiger und klimafreundlicher zu machen. Insbesondere junge Unternehmen k\u00f6nnten hierzu viel beitragen. F\u00fcnf Start-ups aus drei Kontinenten wurden auf dem Gipfel zu den &#8220;Resource Innovators 2018&#8221; gek\u00fcrt.<\/p>\n<p>Die Veranstaltung wurde erneut gemeinsam von der Technischen Universit\u00e4t Berlin, der DECHEMA Gesellschaft f\u00fcr Chemische Technik und Biotechnologie sowie dem Werkstoffhersteller Covestro ausgerichtet. Sie verdeutlichte die f\u00fchrende Rolle, die Deutschland als Innovationsstandort f\u00fcr alternative Rohstoffe in der Chemie- und Kunststoffindustrie besitzt. Zahlreiche neue Produkte auf Basis von pflanzlicher Biomasse und CO2 wurden hier in der j\u00fcngsten Zeit auf den Markt gebracht, etwa Komponenten f\u00fcr hochwertige Schaumstoffe. So lassen sich fossile Ressourcen wie Erd\u00f6l einsparen und die Nachhaltigkeitsbilanzen von Chemieproduzenten und zahlreichen nachgelagerten Industrien verbessern.<\/p>\n<p>Gezielte Forschungsf\u00f6rderung durch Politik<br \/>\n&#8220;Die Energie- und Rohstoffwende geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Deutschland will und muss zeigen, dass dieser Ver\u00e4nderungsprozess gelingen kann und dabei unser Wohlstand erhalten bleibt&#8221;, so Dr. Georg Sch\u00fctte, Staatssekret\u00e4r im Bundesministerium f\u00fcr Forschung und Bildung. &#8220;Innovative Technologien erm\u00f6glichen es schon heute, nachhaltige Chemikalien und Kraftstoffe der Zukunft herzustellen. Wir unterst\u00fctzen den Ersatz fossiler Rohstoffe durch gezielte Forschungsf\u00f6rderung im Bereich der Bio\u00f6konomie und der Nutzung von CO2. So sichern wir auch unsere internationale Wettbewerbsf\u00e4higkeit.&#8221;<\/p>\n<p>Auch Dr. Erika Bellmann, Policy Advisor bei der Umweltorganisation WWF Deutschland, forderte eine Abkehr von fossilen Quellen: &#8220;Mit der Fokussierung auf Kohle, Gas und \u00d6l haben wir in den vergangenen Jahrzehnten schwere Sch\u00e4den verursacht. Mit ihnen haben wir die Klimakrise ausgel\u00f6st und heizen sie noch immer weiter an. Deshalb m\u00fcssen wir weg von den fossilen Rohstoffen und hin zu neuen. Aber neu ist nicht automatisch besser. Nachhaltigkeit muss ein Schl\u00fcsselkriterium bei der Entwicklung neuer Rohstoffe sein.&#8221;<\/p>\n<p>Auf der Veranstaltung wurde auch die Rolle Berlins als Forschungsstandort f\u00fcr gr\u00fcne Chemie betont. So bietet etwa die neue Chemical Invention Factory, die auf dem Campus der Technischen Universit\u00e4t entsteht, neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Unternehmensgr\u00fcndungen im universit\u00e4ren Umfeld und f\u00fcr den direkten Transfer von Wissenschaft in die Wirtschaft.<\/p>\n<p>Neue Ideen im Wettbewerb<br \/>\nEin Signal f\u00fcr mehr Gr\u00fcnderspirit setzte der Gipfel zudem mit einem internationalen Ideenwettbewerb: F\u00fcnf Start-ups aus Australien, Deutschland, Gro\u00dfbritannien, Lettland und den USA stellten Projekte vor, bei denen Pflanzen und CO2 als Kohlenstoffquellen anstatt von Erd\u00f6l genutzt werden. Auf den ersten Platz kam die australische Firma Mineral Carbonation International, die aus CO2 und Mineralien Baumaterialien und andere Industrieg\u00fcter herstellt.<\/p>\n<p>Professor Kurt Wagemann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer DECHEMA, hob auf dem Gipfel die Bedeutung von solchen jungen Unternehmen hervor: &#8220;Wir m\u00fcssen es als Aufgabe der chemischen Industrie sehen, mehrere Technologien zusammen zu bringen, um so nachhaltigere L\u00f6sungen f\u00fcr die dr\u00e4ngenden Fragen unserer Zeit zu finden. Dabei spielen Start-ups eine entscheidende Rolle.&#8221;<\/p>\n<p>Geeignetes Innovationsklima schaffen<br \/>\nDr. Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender Covestro, unterstrich, gute Ideen m\u00fcssten schnell in konkrete nachhaltige Produkte m\u00fcnden. &#8220;Das ist nur durch den Schulterschluss innerhalb der Wirtschaft und anwendungsorientierte Kooperationen mit wissenschaftlichen Partnern m\u00f6glich. Und wir brauchen ein geeignetes Innovationsklima mit mehr Mut auch zum Risiko.&#8221;<\/p>\n<p>Professor Dieter Jahn, Beirat des High-Tech Gr\u00fcnderfonds\u2018, bem\u00e4ngelte, dass es in der Chemie noch verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig wenige Start-ups gebe. &#8220;Doch das muss sich \u00e4ndern, denn die Chemie ist Grundlage f\u00fcr viele andere Branchen, und Innovationen werden in immer k\u00fcrzerer Zeit ben\u00f6tigt. Daf\u00fcr brauchen Gr\u00fcnder die entsprechende Infrastruktur durch Wirtschaft und Politik.&#8221;<\/p>\n<p>Professor Reinhard Schom\u00e4cker vom Institut f\u00fcr Chemie an der Technischen Universit\u00e4t Berlin sprach sich daf\u00fcr aus, auch in der Hochschullandschaft zeitgem\u00e4\u00dfe Stukturen und Prozesse einzurichten, um den engen Austausch zwischen Wissenschaft und Wirtschaft zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>\u00dcber die Technische Universit\u00e4t Berlin:<br \/>\nDie Technische Universit\u00e4t Berlin z\u00e4hlt mit ihren rund 34 500 Studierenden, zirka 120 Studienangeboten und 40 Instituten zu den gro\u00dfen, international renommierten und traditionsreichen technischen Universit\u00e4ten in Deutschland. Herausragende Leistungen in Forschung und Lehre, die Qualifikation von sehr guten Absolventinnen und Absolventen und eine moderne, serviceorientierte Verwaltung kennzeichnen die Universit\u00e4t in Deutschlands Hauptstadt &#8211; im Zentrum Europas. Das Leistungsspektrum ihrer sieben Fakult\u00e4ten steht f\u00fcr eine einzigartige Verbindung von Natur- und Technikwissenschaften mit Planungs-, Wirtschafts-, Sozial- und Geisteswissenschaften an einer technischen Universit\u00e4t. In der Hauptstadtregion ist die Technische Universit\u00e4t Berlin die einzige Universit\u00e4t, an der man ingenieurwissenschaftliche F\u00e4cher studieren kann.<\/p>\n<p>Quelle: Covestro<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachhaltige Rohstoffe aus Pflanzen und CO2 kommen f\u00fcr die Herstellung von chemischen Produkten zunehmend als Alternative zu Erd\u00f6l in Frage&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":6268,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-7652","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7652","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=7652"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7652\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":7653,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/7652\/revisions\/7653"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/6268"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=7652"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=7652"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=7652"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=7652"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}