{"id":9924,"date":"2018-11-13T11:40:07","date_gmt":"2018-11-13T10:40:07","guid":{"rendered":"https:\/\/php8.plastv.de\/?p=9924"},"modified":"2018-11-13T11:40:07","modified_gmt":"2018-11-13T10:40:07","slug":"die-nachhaltige-zukunft-des-kunststoffs-plastics-innocentre-fokussiert-auf-biobasierte-alternativen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/plas.tv\/?p=9924","title":{"rendered":"Die nachhaltige Zukunft des Kunststoffs \u2013 Plastics InnoCentre fokussiert auf biobasierte Alternativen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Aktueller k\u00f6nnte der Anlass nicht sein: Fast zeitgleich zur Entscheidung der Europ\u00e4ischen Kommission, Einweg\u00adver\u00adpackungen vom Markt zu verbannen, tagten im Plastics InnoCentre des INNONET Kunststoff\u00ae im Horber Innovationspark Kunststoffexperten aus ganz Deutschland, um umweltvertr\u00e4gliche L\u00f6sungen und Alternativen zu er\u00f6rtern. Ein volles Haus mit beinahe 100 Teilnehmern demonstrierte die Brisanz aber auch das immense Potential der Thematik.<\/strong><\/p>\n<p>Die Schlagzeilen der letzten Wochen alarmieren Verbraucher und die Fachwelt: Bei einem unver\u00e4nderten globalen Konsumverhalten wird in 30 Jahren in den Ozeanen dieser Erde mehr Plastikm\u00fcll als Fisch zu finden sein. Und ebenfalls erschreckend: Mikroplastik-Partikel wurden erstmals im menschlichen Organismus nachgewiesen. Die aktuelle Debatte bei der Europ\u00e4ischen Kommission \u00fcber neue Direktiven zur Reduktion von Einwegkunststoffen wird auf die Kunststoffindustrie erheblichen Einfluss nehmen. \u201eBiobasierte und bioabbaubare Kunststoffe sowie Kunststoffrezyclate\u201c standen deshalb im Fokus der vielbeachteten Fachveranstaltung im Plastics InnoCentre, die als Kooperationsevent zwischen der Landesagentur BIOPRO Baden-W\u00fcrttemberg, der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V. und dem INNONET Kunststoff\u00ae beispielhaft war.<\/p>\n<p>Das INNONET Kunststoff\u00ae denkt nachhaltig. \u201eUnser Ziel ist es, das Plastics InnoCentre bundesweit als Zentrum f\u00fcr bio\u00f6konomische Ans\u00e4tze und die Kreislaufwirtschaft zu etablieren\u201c, erkl\u00e4rten Peter Rosenberger, Oberb\u00fcrgermeister der Stadt Horb und Axel Blochwitz, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Technologiezentrum Horb, als Tr\u00e4ger des Plastics InnoCentre und INNONET Kunststoff\u00ae, unisono.<\/p>\n<p>F\u00fcr <strong>Kristy-Barbara Lange vom European Bioplastics e.V.<\/strong>, dem Zusammenschluss von Biokunststoff-Produzenten, stehen die Ampeln in Sachen Bio-Kunststoffe inzwischen auf gr\u00fcn: \u201eDie Produktion von Bioplastik wird bis 2022 um rund 20 Prozent steigen\u201c. Zwar wird noch weit \u00fcber die H\u00e4lfte des global hergestellten Biokunststoffs in Asien produziert, jedoch erkennt die Biokunststoff-Lobbyistin auf l\u00e4ngere Sicht auch hier Ver\u00e4nderungen: \u201eDie Reaktion der Europ\u00e4ischen Union st\u00e4rkt Europa nachhaltig als Produktionsstandort f\u00fcr Biokunststoffe\u201c, argumentierte Lange.<\/p>\n<p>Das Marktpotential f\u00fcr deutsche Unternehmen offenbart Zahlen, die von<strong> Frau Dr. Fang Luan, Biokunststoff-Expertin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V.<\/strong> aufgerufen wurden: \u201eAn den 19,6 Millionen Tonnen Kunststoffverpackungen, die europaweit produziert werden, hat Deutschland einen Marktanteil von 23 Prozent\u201c, bilanzierte Dr. Luan. \u00dcber 60 Prozent aller Produkte und Waren, die der private Endverbraucher konsumiert, seien in Kunststoff verpackt. Biokunststoffe haben also Zukunft, und diese Erkenntnis setzt sich langsam durch in der Branche. <strong>Michael Tesch vom Kunststoff-Institut L\u00fcdenscheid<\/strong> erkannte als kompetenter Moderator der Veranstaltung im Bioplastik zwar einen Trend aber noch lange keinen Hype. F\u00fcr ihn als Kunststofftechniker stehen Verbraucher den gr\u00fcnen Plastik-Alternativen oftmals deutlich aufgeschlossener gegen\u00fcber als die Kunststoffhersteller selbst.<\/p>\n<p>Ressentiments gegen\u00fcber biobasierten Alternativen bei Produzenten und Unternehmen der Branche abbauen ist deshalb ein erkl\u00e4rtes Ziel der Initiativen des Plastics InnoCentre. Positivbeispiele helfen hierbei ungemein.<br \/>\nEin Unternehmen, das mit innovativen Verpackungsprodukten aus Kartoffelst\u00e4rke erfolgreich am Markt agiert ist die BIOTEC GmbH&amp;Co.KG. <strong>Peter Brunk von BIOTEC<\/strong> verdeutlichte in seinen Ausf\u00fchrungen, wie sehr gesetzliche Vorgaben den Biokunststoffmarkt tats\u00e4chlich beeinflussen. Diese lassen hoffen, dass die richtungsweisende Verordnung auf europ\u00e4ischer Ebene zum Verbot zahlreicher Einwegprodukte nachhaltige Impulse setzt. Der Einsatz biologischer Pendants ist oft einfacher, als von vielen Verpackungsmittelherstellern angenommen wird und Hilfestellungen f\u00fcr den Umstieg von erd\u00f6lbasierten L\u00f6sungen auf nachhaltige Alternativen gibt es zuhauf. Sowohl das <strong>SKZ in W\u00fcrzburg<\/strong> als auch das <strong>Fraunhofer-Institut f\u00fcr Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT<\/strong> bieten weitreichende Expertisen auf diesem Gebiet, die <strong>Markus Hoffmann<\/strong> und <strong>Dr. Markus Hiebel<\/strong> darstellten.<\/p>\n<p>Biokunststoffe sind eine eigene Welt. Biobasiert bedeutet nicht zwingend bioabbaubar oder gar kompostierbar. Um eine scharfe Abgrenzung von Begrifflichkeiten, Materialtypen und Recyclingwegen bem\u00fchte sich <strong>Carmen Michels, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der FKuR Kunststoff GmbH<\/strong>, Hersteller eines sehr umfangreichen Portfolios gerade solcher Produkte, die von der Europ\u00e4ischen Kommission als Alternativen angesehen werden.<\/p>\n<p>Neben biobasierten Kunststoffen nimmt auch das Thema Recycling einen sehr wichtigen Zweig in der funktionierenden Kreislaufwirtschaft ein. <strong>Timothy Glaz von Werner&amp;Mertz<\/strong> &#8211; bekannt durch die Marke \u201eFrosch\u201c &#8211; sieht in einer konsequenten Verwendung in Plastik-Recyclat eine echte nachhaltige Alternative und hinterlegte seine Ausf\u00fchrungen mit beachtlichen Zahlen: Von den rund 120.000 Tonnen j\u00e4hrlich in Deutschland produzierten Polyethylenterephthalats, besser bekannt unter dem K\u00fcrzel PET, dem wohl mit am h\u00e4ufigsten f\u00fcr Verpackungen eingesetzten Kunststoff, w\u00fcrden noch immer rund 70.000 Tonnen schlicht verbrannt. Das Recyclingpotential sei exorbitant und es ist der Recyclat-Initiative von Werner &amp; Mertz schon gelungen, 215 Mio. Verpackungen aus 100% Altplastik mit einem Anteil von 20 % aus der Quelle Gelber Sack in den Handel zu bringen. Glaz pl\u00e4dierte daf\u00fcr, dass Thema Verpackung nicht l\u00e4nger vom Produkt isoliert zu betrachten, sondern vernetzt zu denken, vom Verpackungsmittelhersteller bis hin zum Endverbraucher.<\/p>\n<p>Vernetztes Denken, allerdings auf der Meta-Ebene, war Thema von <strong>Dr. Dominik Patzelt<\/strong>, Abteilungsleiter im Team Bio\u00f6konomie bei der Landesagentur <strong>BIOPRO Baden-W\u00fcrttemberg GmbH<\/strong>. Die BIOPRO unterst\u00fctzt die positive Entwicklung der Bio\u00f6konomie in Baden-W\u00fcrttemberg und engagiert sich auch auf Bundesebene und in Europa. Eines ihrer internationalen Projekte wird unter anderem gemeinsam mit dem INNONET Kunststoff\u00ae durchgef\u00fchrt, das F\u00f6rderprojekt \u201eAlpLinkBioEco\u201c der Europ\u00e4ischen Union.<\/p>\n<p>Projektziel ist, bestehende Strukturen, die sich bereits mit nachhaltigen biobasierten Werkstoffl\u00f6sungen besch\u00e4ftigen, zu st\u00e4rken und innovative Wertsch\u00f6pfungsketten in Europa zu etablieren. Die Biokunstoff-Thematik soll im Rahmen weiterer Veranstaltungen und des \u201eAlpLinkBioEco\u201c im <strong>Plastics InnoCentre<\/strong> fest etabliert werden.<\/p>\n<p>Quelle: INNONET Kunststoff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aktueller k\u00f6nnte der Anlass nicht sein: Fast zeitgleich zur Entscheidung der Europ\u00e4ischen Kommission, Einweg\u00adver\u00adpackungen vom Markt zu verbannen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":9925,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[24,16],"tags":[],"series":[],"class_list":["post-9924","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-plas-tv-meldungen-auf-der-startseite-unterhalb-slider","category-plast-tv-textmeldungen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9924","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=9924"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9924\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":9926,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/9924\/revisions\/9926"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/9925"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=9924"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=9924"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=9924"},{"taxonomy":"series","embeddable":true,"href":"https:\/\/plas.tv\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fseries&post=9924"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}