Als Computertomographie Inspektionslieferant für Luft­ und Raumfahrt registriert

Nur vier Unternehmen weltweit haben bisher die hohen Anforderungen an die Qualifizierung von additiv gefertigten Teilen, nach Airbus AITM6­7006, für die Luftfahrt bestanden. Seit Dezember 2018 ist das Aalener Unternehmen F&G Hachtel GmbH & Co. KG eines davon und damit ab sofort im Airbus QSPL als Computertomographie Inspektionslieferant für Luft­ und Raumfahrt registriert. Unteranderem war das Unternehmen auch Aussteller auf der 3. KPA, Deutschlands erste B2B Branchen- und Beschaffungsplattform für Kunststoffprodukte, und zeigte sich mit der Messeresonanz zufrieden. „Wir sind auf der KPA natürlich in erster Linie für die Neukunden Akquise und haben heute bereits 2 Neukunden gewonnen. Ein direkter Auftrag, welcher nächste Woche unterschrieben wird, belegt doch eindeutig, dass sich die Investition in den Messeauftritt lohnt,“ sagte Giuseppe Caruso im Messe-Gespräch.

Schon seit mehr als zehn Jahren setzt Hachtel die industrielle Computertomographie zur Qualifizierung von Bauteilen ein. Mit fünf eigenen Anlagen sind die Aalener als Dienstleister tätig und vermessen und analysieren Bauteile im Größenspektrum von einem Durchmesser von 600 mm und 800 mm Höhe und mit einer Auflösung von 2 μm bis 300 μm. „Mit der klassischen Koordinatenmesstechnik ist es manchmal schwierig, die Bauteilqualität genau zu bewerten“, erklärt Geschäftsführer Steffen Hachtel seine Intention auf Computertomographie zu setzen. „Der CT-Scan bringt Transparenz und ermöglicht es uns sehr schnell, die Teile hinsichtlich ihrer Formtreue und ihrer geometrischen Eigenschaften effizient zu beurteilen. So ist es möglich, ohne das Bauteil zu zerstören, eine Analyse zu fahren und den Ist-Zustand zu bewerten“, erklärt Hachtel.

Besonders für die Bewertung des Herstellungsprozesses bei additiv hergestellten Teilen kann der Scan wertvolle Ergebnisse liefern. Dazu wird ein Teil mehrmals mit den gleichen CAD-Daten gedruckt. Anschließend werden die Teile gescannt und untereinander verglichen. „So bekommen wir einen Eindruck darüber, wie stabil die Produktion eines Bauteils aus dem 3D-Drucker ist“, erklärt der Geschäftsführer. „Bei der additiven Fertigung ist die Wiederholgenauigkeit ein wichtiges Thema. Man muss dort sehr genau in die Prozesse und Verfahren eindringen, um diese besser zu verstehen und dann auch optimieren zu können und um diese günstiger zu machen.“ Nach Ansicht von Steffen Hachtel dürfte ein additiv gefertigtes Teil ohne CT-Qualitätsprüfung eigentlich gar nicht verkauft werden. „Wir decken dabei den gesamten Vorgang vom CT-Scan, über die Analyse bis hin zur richtigen Optimierungsstrategie und Korrekturmöglichkeiten des Bauteils oder des Herstellungsprozesses ab“, sagt Hachtel. Die CT-Messergebnisse haben zudem den Vorteil, dass sie sich jederzeit wieder abrufen lassen. So kann ein aktuelles Bauteil jederzeit mit einem früher gefertigten Bauteil verglichen werden. Steffen Hachtel erklärt, es sei das langfristige Ziel, anhand der gesammelten Erfahrungswerte und mithilfe geeigneter Simulationstools in Zukunft ein Ergebnis so präzise vorhersagen zu können, dass man gleich im ersten Druck ein Teil erhalte, welches den Anforderungen entspreche. 2018 wurde Hachtel dafür mit dem ThinKing des Monats von der Landesagentur für Leichtbau Baden-Württemberg ausgezeichnet. Mit diesem Label gibt die Leichtbau BW GmbH monatlich innovativen Produkten oder Dienstleistungen im Leichtbau aus Baden-Württemberg eine Plattform.

Fact & Figures

Hachtel hat sich 1962 auf den Formen- und Werkzeugbau sowie die Herstellung von Bauteilen im Kunststoffspritzguss spezialisiert. Seit 2007 ist das Unternehmen mit Sitz in Aalen auch Dienstleister im Bereich der industriellen Computertomographie und bietet Scans und Analysen für Bauteile und -gruppen jeder Fertigungsart an. Das Spritzgießen nimmt heute rund 60 Prozent des Umsatzvolumens ein. Der Rest teilt sich auf den Werkzeug- und Formenbau, 3D-Computertomografie (ca. 15 Prozent) und neue Geschäftszweige wie das Engineering, den 3D-Druck und Analysen mittels VR-Brille auf. Aktuell arbeiten 52 Mitarbeiter bei Hachtel.

Kontakt: www.fg-hachtel.com

Quelle: KPA

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