Rohstoffpreise nicht künstlich nach oben treiben

Angesichts der jüngsten Entwicklungen bei den Rohölpreisen sieht der GKV keinen Spielraum für drastische Preissteigerungen durch Kunststoff-Hersteller für Neuware. Der Verband verweist darauf, dass bestehende Verträge einzuhalten sind und die Anforderungen an „höhere Gewalt“ rechtlich eng gefasst sind.

„Die Rohstoffpreise dürfen nicht künstlich nach oben getrieben werden, wenn die Marktindikatoren bereits wieder in die andere Richtung zeigen“, erklärt Dr. Oliver Möllenstädt, GKV-Hauptgeschäftsführer. Die europäischen Hersteller von Pri-märkunststoffen hätten bereits in den zurückliegenden zwei Jahren deutlich unter ihrer Produktionskapazität produziert. Angesichts der absehbaren Entwicklungen im Nahen Osten sei es unverständlich, warum einige Kunststofferzeuger offenbar keine ausreichende Vorsorge zur Bedienung bestehender Lieferverträge getroffen hätten.

Der GKV warnt zugleich davor, Preiserhöhungen mit angeblicher „Force-Majeure“ zu begründen. In den bislang bekannten Fällen seien die rechtlichen Voraussetzun-gen einer höheren Gewalt nicht erfüllt. Verarbeitern wird geraten, entsprechende Mitteilungen ihrer Lieferanten sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls zurückzuwei-sen. „Ein abgestimmtes Verhalten der Rohstofferzeuger werden wir nicht hinneh-men. Sollte sich ein solcher Verdacht erhärten, werden wir ohne Zögern die Kartell-behörden einschalten“, so Möllenstädt weiter. Verarbeiter können in vielen Anwen-dungsbereichen auch auf Kunststoffrezyklate ausweichen – laut Angaben mehrerer Recycler ist die Versorgungslage stabil. Engpässe sind derzeit nicht zu erwarten