Allrounder 475 V: Kleiner Footprint, große Schließkraft

  • Platzsparend: Vertikaler Allrounder 475 V mit 1.000 kN Schließkraft
  • Effizient: Arburg Servohydraulik (ASH) senkt Energiebedarf um bis zu 60 Prozent
  • Flexibel automatisierbar: Turnkey-Anlage für Umspritzen von Pkw-Funkschlüsseln

Der vertikale Allrounder 475 V mit 1.000 kN Schließkraft ist sowohl für das manuelle als auch automatisierte Umspritzen von Einlegeteilen prädestiniert. Er zeichnet sich durch hohe Energieeffizienz, kompakte Aufstellfläche und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis aus. Auf der Fakuma 2026 zeigt Arburg (Halle A3, Stand 3101) am Demonstrator Pkw-Funkschlüssel, wie sich mit der flexiblen Vertikalmaschine Produkte mit hochwertigen Designs und Oberflächen für die Branche Mobilität realisieren lassen.

Der Allrounder 475 V ist gezielt auf Standardanwendungen ausgelegt, etwa für die Wachstumsbranche E-Mobilität sowie für die Elektronik und Medizintechnik. Dazu zählen das manuelle oder automatisierte Umspritzen von Kabeln, Kontakten und Infusions­zubehör. Für eine besonders einfache und intuitive Bedienung sorgt die ebenfalls neue Steuerung Gestica lite.

Effizient zum hochwertigen Funkschlüssel-Cover

Als Demonstrator auf der Fakuma 2026 dient das Cover eines Funkschlüssels, dessen Design an den „Generic Keyfob“ der Firma Huf angelehnt ist, einem globalen Zulieferer und Entwicklungs­partner von Fahrzeug-Zugangs- und Autorisierungssystemen für Automobilhersteller. Verarbeitet wird ein Post-Industrial-Rezyklat (PIR) auf Basis von PC/ABS. Mit der PLF-Technologie (Protective Layer Finish) für In-Mould-Decoration (IMD) des Partners Leonhard Kurz in Kombination mit einem strukturierten Werkzeug­einsatz wird eine hochwertige Oberfläche erzeugt. Bei dieser Technologie werden keine konventionellen Transfersysteme, sondern ein dünner PET-Träger verwendet, welcher dauerhaft auf dem Bauteil verbleibt. Die Dekoration befindet sich geschützt hinter dieser Lage, die sowohl Schutz- als auch Trägerfunktion übernimmt. Die hauchdünne PET-Folie inklusive Dekorsystem wird von außen über ein Vorschubgerät in das Werkzeug geführt. Dort wird die Folie hinterspritzt und dabei die Dekorfolie auf die Kunststoffoberfläche appliziert. Das Werkzeug stammt von der Kurz-Tochter Schöfer, die Normalien von Meusburger, die Strukturierung des Werkzeugeinsatzes samt Arburg-Logo von Reichle und die Heißkanaltechnik von Witosa. Das Cover wird im Werkzeug rechteckig ausgestanzt und die restliche Folie im Bauraum der Vertikalmaschine aufgerollt. Zusätzliche Schutzlacke sind nicht erforderlich, sodass sich der Materialeinsatz und der Prozessaufwand reduzieren. Das Produkt ist recyclingfähig. Die PET-Schicht sorgt für eine hohe Beständigkeit gegenüber Abrieb, Stößen und täglicher Beanspruchung und trägt so zu einer längeren Produktlebensdauer bei. Für Produkt­varianten lassen sich flexibel unterschiedliche Folien mit verschiedenen Designs und Farben verwenden.

Vertikalmaschine flexibel automatisierbar

Bei Bedarf lässt sich die Vertikalmaschine flexibel automatisieren, z. B. mit einem Sechs-Achs- oder mit einem linearen Multilift Robot-System. Ob einfache Angussentnahme, diffizile Bauteil-Handhabung oder abgestimmte Automation für komplexe Fertigungszellen inklusive vor- oder nachgelagerter Prozess­schritte – Arburg kann fast jeden Kundenwunsch erfüllen.

Für die Handhabung des Funkschlüssel-Covers kommt ein Kuka Sechs-Achs-Roboter zum Einsatz. Er entnimmt das Spritzteil aus dem Werkzeug und führt es einer Laserstation zu, wo es mit einem Code beschriftet wird. Dann überführt der Roboter das Teil in eine Frässtation und führt es mit dem Greifer die Fräsbahn entlang, um überschüssige Folie zu entfernen und die Endkontur zu generieren. In einer nachfolgenden Reinigungsstation wird das Funkschlüssel-Cover von Spänen befreit und schließlich vom Sechs-Achs-Roboter auf ein Förderband abgelegt und aus der Fertigungszelle ausgeschleust.

Die vollautomatisierte Anwendung ist zudem ein gelungenes Praxisbeispiel für die Initiative R-Cycle. Über einen Code auf dem Bauteil können Recycling-relevante Daten wie z. B. die Materialzusammensetzung abgefragt werden. Solche digitalen Produktpässe schaffen die Grundlage für datenbasierte Materialströme und einen geschlossenen Kunststoffkreislauf.

Kleiner Footprint und 60 Prozent reduzierter Energiebedarf

Der Allrounder 475 V mit 1.000 kN Schließkraft ist seit dem Frühjahr 2026 erhältlich. Trotz seines kleinen Footprints bietet der Allrounder 475 V viel Platz auch für größere Werkzeuge. Die Standard-Einbauhöhe beträgt 250 Millimeter und kann optional um 100 bzw. 200 Millimeter erweitert werden. Die Tischhöhe beträgt 900 Millimeter. Für energieeffizientes Arbeiten verfügt der Allrounder 475 V standardmäßig über Arburg Servohydraulik (ASH). Das minimiert Leerlaufverluste und reduziert den spezifischen Energiebedarf gegenüber herkömmlichen hydraulischen Maschinen um bis zu 60 Prozent.