Smartest Factory: Digitalisierung entlang der kompletten Wertschöpfungskette

  • Umfassend: Digitale Services und Software von Arburg für mehr Effizienz, Transparenz und Flexibilität
  • Wertschöpfend: Entwickeln und Planen, Rüsten und Produzieren, Service und Analyse
  • Smart: Von Maschine mit digitalen Assistenten über Fertigungszelle bis zur vernetzten Produktion

Arburg (Stand 3101, Halle A3) bündelt auf der Fakuma 2026 im zentralen Ausstellungsbereich „Digitale Services und Software“ sein umfassendes Portfolio in Sachen Digitalisierung entlang der kompletten Wertschöpfungskette. Die Fachbesucher erfahren, wie Arburg seine Kunden mit Produkten, Services und umfassendem Know-how auf den Weg zur Smartest Factory begleitet – von der Spritzgieß­maschine mit Assistenten und Piloten über die automatisierte Fertigungszelle bis zur digital vernetzten Kunststoffteile­produktion. Zu sehen sind z. B. die neue Steuerung Gestica lite, neue Assistenzfunktionen sowie neue Features des Kundenportals arburgXworld und des Arburg-eigenen MES (ALS).

Mit Hilfe von Digitalisierung lassen sich Potenziale ausschöpfen, die zu mehr Effizienz, Transparenz und Flexibilität in der Spritzgießfertigung führen und damit für niedrigste Stückkosten und deutliche Wettbewerbsvorteile sorgen. Mit dem Fokus „Smartest Factory“ beleuchtet Arburg alle Optimierungspotenziale entlang der Wertschöpfungskette – von Entwicklung und Produktionsplanung über Rüsten und Serienproduktion bis zu Wartung, Service und Analyse. Experten zeigen an Simulatoren und Exponaten alle Features und erklären in persönlichen Gesprächen, wie diese sinnvoll ineinandergreifen und optimal zusammenspielen.

40 Jahre Arburg MES für mehr Effizienz und Transparenz

Im Jahr 2026 feiert das selbst entwickelte Arburg Leitrechner­system (ALS), sein 40-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass gibt es ab der Fakuma Sonderaktionen für Kunden. Neu zur Fakuma 2026 ist unter anderem eine von Arburg gehostete MES-Cloudlösung. Bei dieser monatlich abgerechneten Dienstleistung sparen sich die Kunden einen Einmal-Invest sowie Kosten für eine eigene MES-Infrastruktur samt IT-Personal, gleichzeitig steigt die Datensicherheit.

Das modular aufgebaute MES von Arburg hilft, den Überblick zu wahren, indem es Informationen etwa zu Maschinen, Mitarbeitenden, Artikeln, Status und Prioritäten visualisiert und eine flexible Auftragsplanung in Echtzeit ermöglicht. Das MES schafft nicht nur Transparenz in der Produktion, sondern steigert auch die Gesamtanlageneffizienz (OEE, Overall Equipment Efficiency) um durchschnittlich über 26 Prozent. Auf der neuen Einstiegseite des „MachineTerminal“ sind alle Maschinen und ihre Verfügbarkeit übersichtlich dargestellt mit einfacher Absprungmöglichkeit zur einzelnen Maschine.

Weiterhin bietet ALS jetzt neue Funktionen unter Einbezug von Künstlicher Intelligenz (KI), etwa bei der Programmanalyse und -verwaltung. Besonders hilfreich ist die KI-gestützte, automatisierte Datenanalyse von Kennzahlen per Knopfdruck. Diese spart Zeit und gibt dem Benutzer wertvolle Tipps, um die OEE-Kennzahl zu verbessern. Durch Rückfragen per Chatbot kann die Analyse weiter vertieft werden.

Kundenportal-Apps unterstützen im Spritzgießalltag

Das Kundenportal arburgXworld mit aktuell über 22.000 Usern weltweit kann mit dem MES gekoppelt oder unabhängig davon genutzt werden. Seine zahlreichen Apps über alle Spritzgieß­aufgaben hinweg – von der Auswahl der geeigneten Maschine über die Prozessoptimierung direkt am PC bis zur aktiven Unterstützung bei Störungen – erleichtern die tägliche Arbeit, vermeiden Fehler und steigern damit die Produktivität. Auch hier kommt immer mehr KI ins Spiel. So enthält z. B. die Premium-App „Ask Arburg“ einfach abrufbares, umfangreiches Spritzgießwissen von Arburg und kann KI-gestützt konkrete Fragen zu allen Arburg-Produkten und Prozessen rund um das Spritzgießen beantworten sowie Fehler analysieren. Dabei kann die App auf maschinen­spezifische Dokumente sowie auf die Materialdatenbank aus dem „MachineFinder“ zurückgreifen samt entsprechender Empfehlungen zur Verarbeitung des jeweiligen Materials.

In der Kundenportal-App „VirtualControl“ – dem virtuellen Zwilling der Gestica lite – lässt sich das Einrichten durch einen zentralen Experten im Voraus bereits außerhalb der Maschine planen. Damit wird es nicht nur möglich, ein Programm direkt am PC zu optimieren, sondern dieses auch im Automatik-Zyklus laufen zu lassen, um Prozess- und Zykluszeit weiter zu verbessern und unproduktive Zeiten zu minimieren.

Die Premium-Connect-App „MachineDashboard“ enthält jetzt die Steuerungsfunktion „aXw Control StabilityAssist“.

Zentrale Steuerung mit smarten Assistenten und Piloten

Der „StabilityAssist“ überwacht kontinuierlich wichtige Parameter und registriert schleichende Abweichungen. Damit kann sich der Nutzer für alle seine ins Kundenportal eingebundenen Maschinen die Parameterverläufe vom KI-basierten Steuerungsassistenten vorausschauend darstellen lassen und erhält rechtzeitig Push-Nachrichten, bevor ein ungeplanter Stillstand auftritt. Bei einer Kopplung mit dem Arburg-MES ist dies sogar für Fremdmaschinen möglich. Diese sowie weitere smarte Assistenz- und Pilot­funktionen führen den Bediener sicher durch die Prozesse, ermöglichen eine vorausschauende Wartung (Predictive Maintenance) von Werkzeug und Maschine und sorgen trotz wechselnder Bedingungen und Materialien für die gewünschte Teilequalität, hohe Prozessstabilität und reduzierte Stückkosten.

Auf der Fakuma 2026 sind alle Exponate mit mehreren Assistenten oder Piloten ausgestattet. Beim elektrischen Allrounder 1000 e Trend sind dies z. B. folgende innovative Steuerungsfunktionen:

  • Der neue „aXw Control FirstShotAssist“ unterstützt den Einrichter im Produktionsanlauf. Ein Alleinstellungsmerkmal von Arburg ist, dass die Bauteilgeometrie-Daten direkt in die Spritzgießmaschine eingelesen werden. Auf dieser Basis sowie vorhandener Material- und Maschinendaten berechnet der Assistent Vorschläge für geeignete Startparameter (First Shot) bei der Erstbemusterung. Das verkürzt den Zeitbedarf bis zum ersten Gutteil und erfordert kein Spezialwissen.
  • Der „aXw Control DoEAssist“ für die Prozessoptimierung bringt eine strukturierte Validierung in Form von „Design of Experiments“ (DoE) direkt auf die Spritzgießmaschine. Nachdem der Einrichter festgelegt hat, welche Parameter real untersucht werden sollen, erstellt die Steuerung automatisch einen Versuchsplan, den die Maschine strukturiert abarbeitet. Die effiziente Planung, Versuchsführung, Probeteilentnahme und Dokumentation sorgt für eine sichere und effiziente Validierung.
  • Der „aXw Control MouldSafetyAssist“ erkennt über eine Referenzkurve Veränderungen im Kraftverlauf präzise, stoppt gegebenenfalls die Schließbewegung und schützt damit das Werkzeug zuverlässig vor Beschädigung.

Benchmark: Fertigungszelle „NextGen Medical Solution“

Ein Highlight hinsichtlich digitaler Vernetzung ist die „NextGen Medical Solution“ – eine Turnkey-Anlage rund um einen elektrischen Allrounder 570 A, die Arburg mit kompetenten Partnern sowie einem renommierten OEM für die Medizintechnik realisiert hat. Am Produktbeispiel Injektor-Pen wird gezeigt, welche großen Benefits die Zusammenführung aller Daten in der Gestica-Steuerung sowie deren zahlreichen smarten Pilot- und Assistenzfunktionen bieten. Der „aXw Control MoldlifeAssist“ überwacht das Werkzeug durch integrierte Sensortechnologie über den kompletten Lebenszyklus, um ungeplante Ausfallzeiten zu vermeiden. KI-gestützt arbeitet z. B. die komplett in die Steuerung integrierte Software des Partners Plus 10. Diese analysiert live Maschinen- und Prozessdaten, erkennt selbstständig abweichende Muster, lernt Zusammenhänge zwischen Prozessparametern und Qualität und schlägt Optimierungen vor.

Weitere Assistenz- und Pilotfunktionen bei dieser Benchmark-Anlage für die Medizintechnik sind:

  • der „aXw Control FillAssist“ für die Simulation des Füllverhaltens des Spritzteils direkt in der Maschinensteuerung,
  • der „aXw Control DoEAssist“ für die schnelle Festlegung des richtigen Prozessfensters,
  • der „aXw Control EnergyAssist“ für energiesparendes Aufheizen oder Abschalten des Zylindermoduls,
  • der „Arburg FlowPilot“ für eine geregelte Werkzeugtemperierung,
  • der „aXw Control MeltAssist“ für eine optimierte Auslastung der Plastifizierung und optimierte Verweilzeiten,
  • der „aXw Control CycleAssist“ für die Eliminierung unproduktiver Zeiten im Zyklusablauf,
  • der „aXw Control PressurePilot“ mit bionisch optimierter Druckregelung für eine konstante Formfüllung
  • und der „aXw Control StabilityAssist“ für die Steigerung der Prozessstabilität.

Alle diese Features zusammen reduzieren den Ausschuss und steigern die Teilequalität signifikant. Ergebnis sind Kosteneffizienz und Reduktion von Energiebedarf bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit, Produktivität und Teilequalität.

(mehr zur Anwendung siehe Pressemitteilung NextGen Medical)