Konjunkturumfrage Kunststoffverpackungen und -folien: Hoffnung auf bessere wirtschaftliche Lage

112 Hersteller von Kunststoffverpackungen und -folien in Deutschland schätzen in der Konjunkturumfrage der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e. V. die aktuelle wirtschaftliche Lage weniger negativ ein als noch im Vorquartal. Für das vierte Quartal 2026 überwiegt eine vorsichtige Grundhaltung: Während sich die Erwartungen für den Absatz verbessern und der Ertragsdruck nachlässt, ist das Exportgeschäft angespannt.

Derzeit bewerten 55 Prozent der IK-Mitglieder die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland als befriedigend, 42 Prozent als schlecht und lediglich 3 Prozent als gut. Gegenüber dem dritten Quartal ist dies allerdings eine merkliche Aufhellung: Damals hatte noch eine klare Mehrheit der Befragten (59 Prozent) die Lage als schlecht beurteilt. Die Ergebnisse sprechen damit für eine konjunkturelle Stabilisierung auf niedrigem Niveau.

Absatzperspektiven verbessern sich

Gegenüber dem dritten Quartal verbessern sich die Absatzerwartungen leicht. Zwar rechnet weiterhin eine Mehrheit der Unternehmen mit gleichbleibenden Absatzmengen. Der Anteil der Unternehmen, die für das vierte Quartal mit steigenden Mengen rechnen, erhöht sich jedoch von 12 auf rund 20 Prozent. Zugleich sinkt der Anteil der Unternehmen mit rückläufigen Absatzerwartungen von 32 auf 25 Prozent. Der Saldo der Absatzerwartungen verbessert sich damit von -19,6 auf -5,4 Punkte. Die Entwicklung signalisiert eine vorsichtige Stabilisierung der Nachfrage.

Ertragserwartungen verbessern sich – Profitabilität bleibt dennoch belastet

Bei den Ertragserwartungen für das vierte Quartal zeichnet sich eine Entspannung ab. Der Anteil der Unternehmen, die mit sinkenden Erträgen rechnen, geht von knapp 48 auf rund 40 Prozent zurück. Gleichzeitig nehmen sowohl die Erwartungen stabiler Erträge als auch die positiven Erwartungen zu: Knapp 12 Prozent der Befragten rechnen mit einer Verbesserung, nach rund 9 Prozent im Vorquartal. Der Saldo der Ertragserwartungen verbessert sich damit deutlich von -39 auf -29 Punkte. Dies signalisiert eine allmähliche Stabilisierung der Profitabilität, auch wenn die Ertragslage insgesamt weiterhin angespannt bleibt.

Rohstoffversorgung stabilisiert sich – Kostendruck bleibt entscheidend

Die im Jahresverlauf stark schwankenden Erwartungen zur Rohstoffverfügbarkeit waren vor allem Folge der krisenbedingten Verunsicherung an den Rohstoffmärkten. Für das vierte Quartal erwartet die große Mehrheit von 69 Prozent stabile Bedingungen, positive und negative Erwartungen halten sich weitgehend die Waage. Damit bestätigt sich: Die Versorgungssicherheit der Branche ist durch belastbare Lieferbeziehungen grundsätzlich gewährleistet. Die größere Herausforderung liegt derzeit nicht in der Verfügbarkeit von Rohstoffen, sondern im weiterhin hohen Preis- und Kostendruck und der daraus resultierenden Belastung der Ertragslage.

Beschäftigung bleibt weitgehend stabil

Trotz des weiterhin schwierigen Umfelds setzen die Unternehmen auf Beschäftigungsstabilität: 70 Prozent planen keine Veränderung ihrer Mitarbeiterzahl, neun Prozent erwarten einen Aufbau. 21 Prozent rechnet allerdings mit einem Personalabbau. Die Branche hält damit in weiten Teilen an ihren qualifizierten Beschäftigten fest.

„Die Krise rund um die Straße von Hormus hat die Kunststoffverpackungsbranche in diesem Jahr vor eine außergewöhnliche Belastungsprobe gestellt. Rohstoffmärkte, Lieferketten und Kosten gerieten kurzfristig unter erheblichen Druck. Dass die Branche diese Phase parallel zu den hohen Umsetzungsanforderungen durch die seit August geltende EU-Verpackungsverordnung PPWR bewältigt hat, zeigt die starke Wirtschaftskraft der Branche. Unsere Unternehmen bleiben auch in einem schwierigen Umfeld handlungsfähig. Das unterstreicht die Bedeutung der Kunststoffverpackungs- und Folienindustrie für Versorgungssicherheit, industrielle Wertschöpfung und den Wirtschaftsstandort Deutschland“, resümiert Dr. Laura Müller, Referentin Wirtschaft bei der IK.

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