ENGEL skinmelt Technologie auf der K 2019

Sandwichbauteile mit einem Kern aus aufbereiteten Kunststoffabfällen leisten einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Mit ENGEL skinmelt ist es möglich, auch bei komplexen Bauteilgeometrien hohe Rezyklatanteile zu erzielen. Wie sich dabei zugleich hochwirtschaftlich produzieren lässt, demonstriert ENGEL auf der K 2019 vom 16. bis 23. Oktober in Düsseldorf.

Im neuen ENGEL skinmelt Verfahren werden auf dem Messestand von ENGEL Transportboxen produziert. „Die Transportboxen stellen aufgrund ihrer Geometrie für das Sandwichspritzgießen eine besondere Herausforderung dar“, macht Prof. Dr. Georg Steinbichler, Leiter Forschung und Entwicklung Technologien von ENGEL AUSTRIA, deutlich. „Wir erreichen dennoch einen sehr hohen Rezyklatanteil von über 50 Prozent.“ Bei beiden Materialien – Rezyklat und Neuware – handelt es sich um Polypropylen. Die Sortenreinheit stellt sicher, dass auch die Sandwichprodukte am Ende ihrer Nutzungsdauer wieder leicht recycelt werden können.

Platzsparendes Anlagenkonzept

Im Gegensatz zur klassischen Coinjektion werden im skinmelt Verfahren die beiden Schmelzen bereits vor dem Einspritzen zusammengeführt. Als erstes erreicht das Hautmaterial, die Neuware, die Kavität. Diese wird vom nachströmenden rezyklierten PP verdrängt und an die Wandung der Kavität gepresst, während sich der Kern mit Rezyklat füllt. Der erzielbare Rezyklatanteil im Kern wird wesentlich von der Formteilgeometrie und dem Füllbild der Kavität beeinflusst. Dabei spielt die gewählte Anspritzposition und das Viskositätsverhältnis von Haut- und Kern-Material eine große Rolle.

Um auch bei einem hohen Rezyklatanteil die Stabilität und Maßhaltigkeit des Produkts sicherzustellen, ist eine hohe Reproduzierbarkeit des Verarbeitungsprozesses erforderlich. ENGEL hat dafür eine besonders kompakte Fertigungslösung auf Basis einer duo Zweiplatten-Spritzgießmaschine entwickelt. Bei der auf der K präsentierten duo 3660H/1560W/450 combi befindet sich die zweite Plastifiziereinheit für das Hautmaterial in spitzabgewinkelter Position oberhalb der horizontalen Spritzeinheit, in der das Rezyklat aufgeschmolzen wird. Diese Bauweise ist besonders platzsparend. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der ENGEL Lösung ist die übersichtliche Visualisierung und Animation des Gesamtprozesses in der CC300 Steuerung der Spritzgießmaschine. Das Mischungsverhältnis lässt sich so besonders einfach einstellen und damit der Rezyklatanteil optimieren.

Rezyklat aus Post-Consumer-Sammlungen

ENGEL realisiert dieses Exponat gemeinsam mit Partnerunternehmen. Das Werkzeug stammt vom Formenbauspezialisten für Lager- und Logistikcontainer HAIDLMAIR, der die auf der K produzierten Transportboxen für die Intralogistik im eigenen Haus nutzen wird. Für das Rezyklat arbeitet ENGEL mit dem Grünen Punkt – Duales System Deutschland (DSD) – zusammen, der branchenweit anerkannte Standards gesetzt hat, um die Nutzung von Rohstoffen aus Post-Consumer-Sammlungen möglich zu machen. Das PP-Regranulat der Marke Systalen stammt aus Haushaltsabfällen, die im Gelben Sack bzw. der Gelben Tonne gesammelt, sortiert und sortenrein aufbereitet wurden. „Rezyklate deutlich breiter einzusetzen, ist die Voraussetzung, Kunststoffe in geschlossenen Kreisläufen zu halten“, betont Georg Steinbichler.

ENGEL auf der K 2019: Halle 15, Stand C58

Diesen Beitrag empfehlen
Plast.tv Facebook
Plast.tv YouTube
Plast.tv Vimeo