Konjunkturumfrage Kunststoffverpackungen und Kunststofffolie
105 Hersteller von Kunststoffverpackungen und -folien in Deutschland berichten bei der IK-Konjunkturumfrage für das zweite Quartal von großen wirtschaftlichen Herausforderungen. Die geopolitischen Spannungen im Mittleren Osten führen zu Problemen der Rohstoffbeschaffung, die – gepaart mit extremen Preisanstiegen – die Versorgungssicherheit und Lieferfähigkeit der überwiegend mittelständischen Betriebe massiv gefährden.
Nahost-Konflikt blockiert weltweit Lieferketten
Der beispiellose Engpass auf den Rohstoffmärkten zeigt sich am Indikator für die Rohstoffverfügbarkeit, der regelrecht abgestürzt ist: Nach einem noch positiven Wert von 13 Punkten zu Jahresbeginn fällt der Index nun auf einen historischen Tiefstand von -86 Punkten. Viele Lieferanten von Verpackungskunststoffen berufen sich mit Hinweis auf die militärische Eskalation im Nahen Osten auf sogenannte „Force Majeure“ (höhere Gewalt), liefern gar nicht mehr oder nur noch zu stark überhöhten Preisen.
Massive Preiswelle trifft die Hersteller
Die Preiserhöhungen der Rohstofflieferanten können Verpackungshersteller in der aktuellen Marktsituation nur bedingt an ihre eigenen Kunden weitergeben. Aktuelle Daten aus der GKV-Umfrage (März 2026) zeigen, dass 99 Prozent der Verpackungshersteller mit Preisaufschlägen der Lieferanten konfrontiert sind. Wie aus der Verbandsumfrage hervorgeht, gelingt es derzeit nur wenigen Unternehmen, die Mehrkosten weitgehend auf die Kunden zu überwälzen. Sofern die Weitergabe z. B. im Rahmen von Preisgleitklauseln möglich ist, gelten diese teilweise erst verzögert. Dennoch: Die Ertragslage in der Kunststoffverpackungsindustrie wird im zweiten Quartal 2026 weniger negativ bewertet als in den historischen Krisenquartalen Q2 2021 (pandemiebedingte Lieferkettenstörungen) und Q2 2022 (kriegsbedingte Energiekrise). Wegen der starken Preisanstiege und eingeschränkter Verfügbarkeiten stehen die Vorzeichen für die kommenden Wochen jedoch schlecht, sodass aktuell mit einer weiteren Verschärfung der Situation zu rechnen ist.
Leichte konjunkturelle Erholung, aber sinkende Gewinne
Obwohl die Hälfte aller Befragten erwartet, dass ihre Gewinnmargen im laufenden Quartal weiter schrumpfen werden, fallen die Einschätzung der allgemeinen Wirtschaftslage im zweiten Quartal 2026 etwas weniger pessimistisch aus als zuvor. Der entsprechende Indexwert klettert von -67,9 auf -51,4 Punkte, bleibt damit aber weiterhin deutlich im Minus. Auch die Absatzerwartungen zeigen sich vergleichsweise stabil auf dem Niveau des Vorquartals.
Fokus: Versorgungsicherheit
„Die aktuelle Kombination aus Lieferunterbrechungen und extremen Preisaufschlägen bringt viele unserer mittelständischen Unternehmen an ihre Belastungsgrenze, zumal die Nachfrage sich gerade erst zögerlich stabilisiert. Einige Kunststofferzeuger haben in den letzten Wochen kräftig an der Preisschraube gedreht. Dabei sitzen wir entlang der Wertschöpfungskette alle in einem Boot angesichts der Energie- und Rohstoffkrise und es sind partnerschaftliche Anstrengungen gefordert, um die Versorgungssicherheit dauerhaft zu gewährleisten“, erklärt Dr. Martin Engelmann.











