Nextek und Coveris nehmen Versuchsanlage für lebensmitteltaugliches Folienrecycling in Betrieb

Ein Jahr nach der Ankündigung des Projekts geht die von Nextek und Coveris entwickelte und von der „Alliance to End Plastic Waste” (AEPW) unterstützte COtooCLEAN™-Versuchsanlage im britischen Lincolnshire vollständig in Betrieb. Damit haben die Partner am ReCover-Standort von Coveris einen wichtigen Meilenstein für das fortschrittliche Recycling flexibler Folien erreicht.

Um Post-Consumer-Abfälle aus Polyolefinfolien (PE und PP) in ein hochwertiges Rezyklat für Anwendungen im Lebensmittelbereich umzuwandeln, kommt in der Anlage ein einzigartiges Reinigungs- und Dekontaminationsverfahren zum Einsatz. Die Inbetriebnahme ist ein entscheidender Vorbereitungsschritt, um eine der komplexesten Herausforderungen der Verpackungsindustrie zu lösen: das sichere und regelkonforme lebensmitteltaugliche Recycling flexibler Verpackungen aus dem Post-Consumer-Bereich.

Die von Nextek entwickelte COtooCLEAN™-Technologie, die gemeinsam mit Coveris für den industriellen Einsatz skaliert wird, löst eine der größten Herausforderungen beim Recycling von Kunststofffolien. Denn sie entfernt selbst im Material eingebettete Verunreinigungen. Das Verfahren dringt mithilfe überkritischer CO₂-Extraktion tief in die Polymerstruktur ein und beseitigt Öle, Gerüche und Altsubstanzen, die sich durch herkömmliches mechanisches Recycling nicht vollständig entfernen lassen. Überkritisch beschreibt dabei den Aggregatzustand, der gleichzeitig flüssig und gasförmig ist und daher wie ein Gas permeieren und wie eine Flüssigkeit reinigen kann.

Laut Edward Kosior, Gründer von Nextek und führender Experte für zirkuläre Kunststoffsysteme, schafft die hohe Reinigungsleistung von COtooCLEAN™ eine entscheidende zusätzliche Prozessstufe, um hochwertigere Rezyklate zu gewinnen und echte Kreislauffähigkeit für flexible Folien für den Einsatz bei Lebensmitteln zu ermöglichen.

Die Technologie hat das Potenzial die Verfügbarkeit lebensmitteltauglicher Rezyklate zu erhöhen, da sie eine deutlich effizientere Dekontaminationsleistung bietet. Zugleich unterstützt sie die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und verringert die Abhängigkeit von Primärkunststoffen.

Errichtet wurde die weltweit erste Anlage dieser Art mit finanzieller Unterstützung der AEPW. Ab April 2026 folgt die industrielle Erprobungsphase. In dieser Phase sammeln die Partner Erfahrungen aus dem laufenden Betrieb im größeren Maßstab und gewinnen die für die europäische Zulassung erforderlichen Daten. Gleichzeitig belegen sie die technische Übertragbarkeit und wirtschaftliche Tragfähigkeit der Technologie.

„Dieses Projekt ist ein wichtiger Schritt zur Umsetzung der No Waste-Vision von Coveris. ReCover spielt dabei eine zentrale Rolle, um Kunststoffe im Kreislauf zu halten. Mit der nun vollständig in Betrieb genommenen COtooCLEAN™-Anlage nehmen wir eine bisher unlösbare Herausforderung an: das lebensmitteltaugliche Recycling von flexiblen Folien. Zusammen mit unserer fortschrittlichen De-Inking-Technologie stärkt diese Innovation unsere mechanischen Recyclingkapazitäten und ebnet den Weg für die nächste Generation von anspruchsvollen Lösungen“, so Bernhard Mumelter, Group Innovation Manager bei Coveris.

„COtooCLEAN™ hat das Potenzial, sowohl den Umfang als auch die Qualität des Recyclings von flexiblen Kunststoffen deutlich zu verbessern. Diese Versuchsanlage ist ein wichtiger Meilenstein, um die Technologie zu validieren und ihren breiteren Einsatz voranzutreiben. Zugleich unterstreicht sie das Engagement unserer Organisation, praxistaugliche und skalierbare Lösungen zu fördern. Indem wir Innovationen beschleunigen und entlang der gesamten Wertschöpfungskette mit Partnern zusammenarbeiten, treiben wir echten systemischen Wandel voran“, sagt Jacob Duer, Präsident und CEO der AEPW.

Die Versuche im industriellen Maßstab am Coveris-Standort in Louth beginnen im April 2026 und sollen innerhalb von zwei Jahren die benötigten Daten für die europäischen Behörden liefern. Zugleich sollen sie die Leistungsfähigkeit der Technologie gegenüber potenziellen Industriepartnern belegen.