Im Zuge der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) rückt „Recycling at Scale“ in den Branchenfokus. Die neue Studie „PET-Schalenrecycling: Status quo, Herausforderungen und Zukunftsszenarien“, initiiert vom Forum Rezyklat unter Beteiligung der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., analysiert die aktuelle Recyclingfähigkeit von PET-Schalen. Wissenschaftlich umgesetzt wurde sie vom Institut cyclos – HTP, GVM Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung mbH und dem Fraunhofer IBP.
Strukturelle Marktbedeutung
Jährlich fallen in der EU-27 rund 824 kt an halbstarren PET Verpackungen an. Deutschland bildet mit 144 kt (Stand 2024) den größten Einzelmarkt. Die vorwiegend für Lebensmittel eingesetzten Schalen bestehen sowohl national als auch im europäischen Durchschnitt zu rund 66 Prozent aus Monolayer-Strukturen.
Handlungsbedarf entlang der Wertschöpfungskette
Tray-to-Tray-Recycling für PET-Schalen ist (mechanisch) technisch machbar, erfordert zur Skalierung jedoch lückenlose Optimierungen. Die Basis bildet das „Design for Recycling“ durch die Wahl von Monolayern sowie recyclinggerechten Oberfolien, Etiketten und Druckfarben. Um diese Verpackungen im Kreislauf zu halten, muss im nächsten Schritt die Sortierung ausgebaut werden. In Deutschland bieten derzeit nur rund 15 Prozent der Leichtverpackungsanlagen eine spezifische PET-Thermoform-Sortierung. Für verlässliche Recycling Inputqualitäten sind z. B. Investitionen in KI-Technologien und Nachsortieranlagen mittelfristig unverzichtbar. Auch europaweit harmonisierte Spezifikationen sind erforderlich. Weiterhin fehlen beim mechanischen Recycling Kapazitäten: Zur Erfüllung der Vorgabe „Recycling at Scale“ (2035) besteht in Europa eine geschätzte Inputkapazitätslücke von 454,5 kt pro Jahr.
Zur Bewältigung dieser Hürden empfehlen die Autoren eine Ökomodulation anhand von Recycling-, Sortier- und Rezyklateinsatzkriterien. Dies sichert eine bessere Inputqualität und setzt entscheidende Anreize für Infrastruktur-Investitionen. Das Fazit lautet: Damit das PET-Schalenrecycling sein Potenzial im geschlossenen Kreislauf voll ausschöpfen kann, bedarf es eines europäisch abgestimmten Systems aus DfR, harmonisierten Sortierspezifikationen und gezieltem Kapazitätsausbau.











