Continental bestätigt Ergebnisprognose

  • Umsatz im dritten Quartal trotz starker Marktabschwächung bei 10,8 Milliarden Euro
  • Auftragseingang: knapp 30 Milliarden Euro, fast auf sehr hohem Vorjahresniveau
  • Bereinigtes Operatives Ergebnis bei 772 Millionen Euro (Marge: 7,2 Prozent)
  • CEO Dr. Degenhart: „Unser Umsatzwachstum und unser Auftragseingang für Automobilelektronik sind angesichts des schwachen Marktumfeldes ein gutes Zeichen.“

Mit der Vorlage ihrer Neunmonatszahlen bestätigt Continental ihre angepasste Ergebnis- und Cash-Flow-Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Im dritten Quartal erreichte das Technologieunternehmen mit Sitz in Hannover einen Umsatz von 10,8 Milliarden Euro. Das bereinigte operative Ergebnis belief sich im selben Zeitraum auf 772 Millionen Euro. Dies entspricht einer bereinigten operativen Marge von rund 7 Prozent. Der Free Cashflow bereinigt um Zukäufe und die Dotierung der US-Pensionen liegt nach neun Monaten bei rund 370 Millionen Euro (Q3: 74 Millionen Euro). Bis Jahresende soll der bereinigte Free Cashflow unverändert rund 1,6 Milliarden Euro erreichen.

„Trotz des deutlich eingetrübten Marktumfeldes konnten wir unsere zuletzt geänderten Ziele beibehalten“, erläuterte der Vorstandsvorsitzende von Continental, Dr. Elmar Degenhart, die heute in Hannover vorgelegten Geschäftszahlen. „Insbesondere in Europa und in China ist die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im dritten Quartal deutlich zurückgegangen“, erklärte Degenhart. „China und Europa zusammen stehen mittlerweile für mehr als die Hälfte der globalen Fahrzeugproduktion. Angesichts der Marktschwäche in beiden Regionen ist unser leichtes Umsatzwachstum daher ein gutes Zeichen. Genauso unsere Auftragseingänge für Automobilelektronik: sie liegen mit knapp 30 Milliarden Euro nach neun Monaten fast auf dem sehr hohen Vorjahresniveau und untermauern unsere strategische Ausrichtung“, fügte er hinzu.

Der Umsatz der Automotive Group ist organisch um 1,7 Prozent gewachsen – und damit mehr als 4 Prozentpunkte stärker als der Markt bzw. die weltweite Fahrzeugproduktion, die nach vorläufigen Daten um etwa 2,5 Prozent zurückging. Sollte dieser negative Trend im vierten Quartal zunehmen, sieht das Dax-Unternehmen Risiken, den prognostizierten Konzernumsatz für das Geschäftsjahr 2018 in Höhe von rund 44,5 Milliarden Euro nach Wechselkurseffekten zu erreichen.

Zur aktuelle Lage des Technologieunternehmens sagte Degenhart: „Wir haben wie angekündigt in allen Unternehmensbereichen umfassende Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz eingeleitet. Dazu zählen unter anderem die Optimierung unserer Lieferkette und Produktionsprozesse sowie eine gründliche Überprüfung unserer Kosten.“ In diesem Zusammenhang betonte er: „Unsere Kunden weltweit schätzen unsere Produkte und Lösungen, weil sie Mobilität immer sicherer, sauberer und intelligenter machen. Mit der Agilität und Flexibilität, die unsere neue Organisationsstruktur ermöglichen wird, werden wir unsere erfolgreiche Stellung noch weiter ausbauen.“

Mit Blick auf die Automobilindustrie unterstrich Degenhart die enormen technischen Herausforderungen: Digitalisierung, Automatisierung, Vernetzung und Elektrifizierung seien jeweils für sich selbst betrachtet die größten Umwälzungen, die die Industrie in ihrer über 100-jährigen Geschichte erlebt habe. Insbesondere bei den derzeit diskutierten künftigen CO2-Zielen komme es darauf an, den Klimaschutz und die Wettbewerbsfähigkeit einer der wichtigsten Industrien Europas in einen vernünftigen Einklang zu bringen. „Die Chancen, die sich durch klimafreundliche und vernetzte Mobilität für unsere Gesellschaften ergeben, sind beträchtlich. Geschäftsmodelle dafür können nur dann nachhaltig erfolgreich sein, wenn sie sich im freien Wettbewerb durchsetzen. Konsumenten sollen sich auch morgen noch frei für die effizienteste Lösung entscheiden dürfen.“

Continental wächst weiter trotz rückläufiger Produktionszahlen in Europa und China

Im dritten Quartal erreichte das Technologieunternehmen einen Umsatz von 10,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem berichteten Umsatzwachstum von knapp 1 Prozent. Aus eigener Kraft, also ohne Konsolidierungskreis- und Wechselkursveränderungen, konnte das Unternehmen 2,1 Prozent zulegen.

Im Berichtsquartal erreichte das bereinigte operatives Ergebnis (EBIT bereinigt) 772 Millionen Euro, die bereinigte operative Marge lag bei rund 7 Prozent.

„Das bereinigte EBIT des dritten Quartals liegt ein wenig über unserer Prognose von Ende August“, erläuterte Finanzvorstand Wolfgang Schäfer.

Grund hierfür ist, dass nicht alle Aufwände für Rückstellungen und Gewährleistungsfälle, die am 22. August 2018 angekündigt wurden, bereits im dritten Quartal angefallen sind. Es kommt zu einer Verlagerung über den Quartalsstichtag hinweg. „Für das Gesamtjahr rechnen wir unverändert mit einer bereinigten EBIT-Marge von mehr als 9 Prozent“, unterstrich Schäfer den Ausblick.

Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage des Continental-Konzerns

Das bereinigte EBIT lag im abgelaufenen Quartal um rund 80 Millionen Euro unter dem berichteten EBIT (EBIT-Marge: 7,9 Prozent). Hintergrund ist die bereits im ersten Halbjahr 2018 angekündigte, positive Wirkung der Gründung des Joint Ventures mit Osram auf das berichtete EBIT.

„Das Marktumfeld wird schwieriger. Seit knapp zehn Jahren haben wir im abgelaufenen Quartal zum ersten Mal einen substanziellen Rückgang der weltweiten Fahrzeugproduktion gesehen“, ordnete Schäfer das derzeitige Marktumfeld ein. In China lag der Rückgang der Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im dritten Quartal bei 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal, in Europa bei 6 Prozent. Die Fahrzeugproduktion in Nordamerika hingegen legte um 2 Prozent zu. Mit Blick auf die Marktschwäche in Europa erläuterte Schäfer: „Die Nachfrageschwächen in Deutschland, dem Vereinigten Königreich und der Türkei sowie die Effekte aus der Umstellung auf das neue Abgastestverfahren WLTP haben zu rückläufigen Produktionszahlen in Europa beigetragen. Den genauen WLTP-Anteil können wir nicht beziffern.“

Continental geht davon aus, dass das Marktumfeld auch im verbleibenden Quartal dieses Jahres schwach bleiben wird. Für das vierte Quartal geht das Unternehmen weiter von rückläufigen Produktionsraten aus, für das Gesamtjahr wird in Summe nun eine Seitwärtsbewegung der globalen Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen erwartet.

Die Automotive Group konnte ihren Umsatz im abgelaufenen Quartal trotz weltweit rückläufiger Automobilproduktion um 1 Prozent gegenüber dem Vorquartal steigern. Organisch lag das Wachstum bei 1,7 Prozent. Der Umsatz summierte sich in diesem Zeitraum auf 6,4 Milliarden Euro. Die bereinigte operative Marge lag bei 4 Prozent (Vorjahr: 7,8 Prozent).

Die Rubber Group setzte im dritten Quartal rund 4,4 Milliarden Euro um, was ein leichtes Umsatzplus gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum bedeutet. Das organische Wachstum lag im dritten Quartal 2018 bei 2,7 Prozent. Mit Blick auf den positiven Verlauf des Winterreifengeschäfts führte Schäfer aus: „Unter anderem aufgrund der hohen Performance unserer Winterreifen und deren wiederholt hervorragenden Testergebnissen rechnen wir damit, das Rekordabsatzniveau in Europa aus dem letzten Jahr in 2018 noch einmal übertreffen zu können.“

In den ersten neun Monaten tätigte Continental Investitionen von mehr als 1,9 Milliarden Euro in Sachanlagen und Software. Damit belief sich die Investitionsquote auf 5,9 Prozent (Vorjahr: 5,5 Prozent). Für Forschung und Entwicklung wendete das Technologieunternehmen netto mehr als 2,5 Milliarden Euro auf. Dies entspricht einer Quote von 7,6 Prozent bezogen auf den Unternehmensumsatz. Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum waren es 7,2 Prozent.

Zum Ende des dritten Quartals 2018 beschäftigte Continental mehr als 244.000 Mitarbeiter. Dies entspricht mehr als 9.000 zusätzlichen Mitarbeitern im Vergleich zum Vorjahresende. Knapp drei Viertel des Zuwachses ist auf die Verstärkung des weltweiten Forschungs- und Entwicklungsteams sowie gestiegene Produktionsvolumina in der Automotive Group zurückzuführen. Rund ein Viertel der zusätzlichen Belegschaft wurde in der Rubber Group eingestellt. Diese Mitarbeiter kommen vor allem in der ausgeweiteten Produktion und im wachsenden Vertrieb zum Einsatz.

Continental entwickelt wegweisende Technologien und Dienste für die nachhaltige und vernetzte Mobilität der Menschen und ihrer Güter. Das 1871 gegründete Technologieunternehmen bietet sichere, effiziente, intelligente und erschwingliche Lösungen für Fahrzeuge, Maschinen, Verkehr und Transport. Continental erzielte 2017 einen Umsatz von 44 Milliarden Euro und beschäftigt aktuell mehr als 244.000 Mitarbeiter in 61 Ländern und Märkten.

Quelle: Continental AG

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