Biobasierte Polymere eröffnen Möglichkeiten für eine zirkuläre Kunststoffwirtschaft. Welche Potenziale sie bieten, welche Herausforderungen noch zu lösen sind und wie der Transfer in industrielle Anwendungen gelingt, diskutiert der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Eco-nomy CCPE gemeinsam mit Fachleuten aus Industrie und Forschung in einem interaktiven Workshop am 15. September 2026 auf dem DECHEMA FORUM in Frankfurt.
Die Transformation der Kunststoffindustrie hin zu einer ressourceneffizienten Kreislaufwirtschaft erfordert neue Ansätze in der Materialentwicklung. Unternehmen stehen dabei vor der Herausforderung, Nachhaltigkeitsanforderungen, regulatorische Vorgaben und wirtschaftliche Rahmenbedingungen mit den technischen Anforderungen ihrer Produkte in Einklang zu bringen. Der Fraunhofer Cluster of Excellence Circular Plastics Economy CCPE mit seinen sechs Research Departments entwickelt hierfür innovative Materiallösungen auf Basis zirkulärer Kohlenstoffquellen (Biomasse und Recycling) und unterstützt Unternehmen bei der Integration dieser Materialien in Anwendungen und Wertschöpfungsketten.
Das Research Department Circular Polymers bringt hierbei seine Kompetenzen in der Herstellung, Modifizierung und Bewertung von Materialien aus erneuerbaren Kohlenstoffquellen ein.
Circular Polymers: Materialien für die Kunststoffwirtschaft von morgen
Zu den Forschungsschwerpunkten des Research Department Circular Polymers zählen biobasierte Kunststoffe wie Polybutylensuccinat (PBS), der u. a. für Verpackungsanwendungen wie Folien und Schäume qualifiziert wird. Aber auch neue biogene Rohstoffe werden untersucht. Stellvertretend sei der Polyesterbaustein 2,5-Furandicarbonsäure (FDCA) genannt, der für die Herstellung von thermoplastischen Copolyesterelastomeren genutzt wurde. Ferner wird der biobasierte Kunststoff Polylactid (PLA) kontinuierlich weiterentwickelt. Weiche Typen für Folienanwendungen sowie innovative PLA-Fasertypen (sc-PLA; sc: stereokomplex) werden betrachtet. Polymerbausteine aus dem chemischen Recycling bilden eine neue Rohstoffbasis. Bei diesem Stoffstrom gilt es sicherzustellen, dass die monomeren Bausteine nach der Aufarbeitung, Abtrennung und Reinigung in Polymerqualität vorliegen. Darüber hinaus erforscht das Team Möglichkeiten, Materialeigenschaften gezielt durch Copolymerisationen, Blends, Additive und Füllstoffe anzupassen. So entstehen Werkstofflösungen, die auf spezifische Anwendungsanforderungen zugeschnitten werden können. Ziel ist es in allen Ansätzen, leistungsfähige Materialien für eine zirkuläre Kunststoffindustrie bereitzustellen.
Bioökonomie als Chance für Industrie und Kreislaufwirtschaft
Die Bioökonomie bietet großes Potenzial für die Transformation der Kunststoffindustrie. Entscheidend ist jedoch nicht allein der Einsatz nachwachsender Rohstoffe, sondern deren Integration in funktionierende Kreislaufsysteme.
Im Mittelpunkt stehen Fragen wie: Welche Nachhaltigkeitsvorteile bieten biobasierte Polymere tatsächlich? Wie unterscheiden sich biobasierte und/oder biologisch abbaubare von petrobasierten Kunststoffen? Und wie lassen sich ökologische Vorteile mit wirtschaftlichen und technischen Anforderungen verbinden?
Mit diesen Fragestellungen beschäftigt sich das Fraunhofer CCPE gemeinsam mit Industriepartnern und unterstützt Unternehmen dabei, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Lösungen zu überführen.
Wissenstransfer auf der DECHEMA FORUM 2026
Wie Unternehmen die Potenziale biobasierter Polymere für ihre Produkte und Geschäftsmodelle nutzen können, steht im Mittelpunkt des Workshops »Bioökonomie & biobasierte Polymere – vom Material zur Anwendung« am 15. September 2026 auf dem DECHEMA FORUM in Frankfurt.
Veranstaltet wird der Workshop von Dr. Daniel Zehm und Dr. Antje Lieske vom Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP sowie Dr. Inna Bretz und Astrid Wessel vom Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT. Gemeinsam bringen sie ihre Expertise aus den Bereichen Polymerentwicklung, Bioökonomie, Nachhaltigkeitsbewertung und industrielle Anwendung in das Workshopkonzept ein.
Nach einem kompakten Überblick über aktuelle Entwicklungen der Bioökonomie stehen Austausch und aktive Beteiligung im Vordergrund. In drei interaktiven Stationen diskutieren die Teilnehmenden Herausforderungen entlang der Wertschöpfungskette, vergleichen unterschiedliche Materialien und entwickeln konkrete Anwendungs- und Kooperationsansätze.
Materialmuster, Praxisbeispiele und reale Use Cases machen Chancen und Grenzen biobasierter Kunststoffe greifbar. Gleichzeitig bietet der Workshop Raum, eigene Fragestellungen einzubringen und Lösungsansätze gemeinsam mit den Expertinnen und Experten des Fraunhofer CCPE zu diskutieren.
Plattform für Austausch und Kooperation
Der Workshop versteht sich als Plattform für Wissenstransfer und Vernetzung zwischen Forschung und Industrie. Das Fraunhofer CCPE zeigt dabei auf, wie Unternehmen bei Materialscreenings, Machbarkeitsstudien, Werkstoffentwicklungen oder gemeinsamen Forschungs- und Transferprojekten unterstützt werden können.
Ziel ist es, Potenziale biobasierter Polymere greifbar zu machen, Innovationschancen zu identifizieren und gemeinsam Lösungen für die Kunststoffwirtschaft von morgen zu entwickeln.











